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chutriels Jahresrückblick 2018

Hatte ich mir 2017 nicht geschworen, das kommende Jahr ruhiger angehen zu lassen?

Ha. Ha. Ha.

Organisatorisch sind wir absolut an unsere Grenzen gekommen, mich hat der ganze Stress sogar körperlich etliche Monate ausgebremst. Trotzdem war 2018 ein geniales Jahr voller großartiger Momente und Meilensteine. Wir haben endlich Wurzeln geschlagen und sind angekommen.

Begegnungen und ganz viel Real Life Mutterfreunde

Auch wenn der Blog still war, wir waren es nicht. Tatsächlich geht unsere Freundschaft mittlerweile über die stetige Onlinebekanntschaft hinaus. Wir haben uns 2018 also eher im echten Leben ausgetauscht als online an gemeinsamen Blogposts gearbeitet.

Den Geburtstag vom Zweitgeborenen feierten wir bei Solina, die als Patentante sogar eine tolle Torte gebacken hatte. Der war zwar am 30. Dezember, aber wir verbrachten noch Silvester und Neujahr zusammen und starteten das Jahr 2018 also bei Solina.

Im Januar war ich zudem bei der Hochzeit der wunderbaren Lerche eingeladen und reiste über 850km von der Ostseeküste an den Bodensee, um bei diesem tollen Event dabei zu sein. So lernte ich auch endlich Lerche samt kompletter (also wirklich kompletter) Familie kennen und noch mehr lieben. In ihrem Sommerurlaub in Norddeutschland machte dann die ganze Familie einen Stopp bei uns und wir hatten eine echt schöne, entspannte Zeit zusammen. Unsere Kinder verstanden sich sehr gut und ich habe die Gespräche von Angesicht zu Angesicht (anstatt wie sonst im Chat) richtig genossen.

Im Juni waren Pikeru, Solina und ich bei Marypennys Junggesellinnenabschied in Berlin. Ihr Abschied vom Ledigsein wurde von ihrer besten Freundin mit uns Wochen im Voraus heimlich hinter ihrem Rücken geplant. Unvergessen der Moment, als wir im Hotel lauerten, um sie zu überraschen. Dafür gingen wir sogar live, um unsere übrigen Online-Mamas dran teilhaben zu lassen. Hach, das war toll….

Der Sommer gehört eh einem fest geplanten gemeinsamen Event: Solina kommt mit ihrer Familie zu uns, damit wir den Geburtstag von meinem Erstgeborenen feiern können. Da dieser sich zum fünften eine Piratenparty gewünscht hatte, fiel bei uns am Nachmittag eine Horde kleiner Piraten ein.

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PIRATEN!

Zum ersten Mal planten wir Spiele und eine Schatzsuche. Alles passend zum Motto. Der Tag lief für meine sonst eher unmotivierten Verhältnisse bei Kindergeburtstagen richtig gut und alle (auch wir Erwachsenen) hatten Spaß.

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Der obligatorische Strandausflug mit unserem Besuch darf natürlich nicht fehlen

Im November besuchen wir normalerweise vice versa Solina, um dort dann den Geburtstag von ihrem Sohn zu feiern. Doch 2018 musste ich passen und der Mann fuhr mit dem Großen alleine runter. Denn ich war/bin so im Stress mit der Doktorarbeit, dass ich seit Herbst 2018 so ziemlich alles gecancelt habe, um die Arbeit endlich fertig schreiben zu können.

Stress, Arbeit, kranke Kinder, Schließzeiten-Horror und der übliche Alptraum

Wie schon erwähnt, toppte 2018 nochmal unseren Stresslevel der vorherigen Jahre. Das lag u.a. an der Doktorarbeit, die ich eigentlich bis Ende 2018 fertig stellen wollte (hat natürlich nicht geklappt). Wir hatten aber auch Probleme mit erneuten unterschiedlichen Schließzeiten der Tagesmutter vom Jüngsten und dem Kindergarten vom Großen. Durch komplett konträre Zeiten kamen wir auf ingesamt 62 (!!!!) Schließtage, die wir unmöglich abdecken konnten.

Dazu fiel die Tagesmutter einmal fast zwei Wochen aus (wofür ich mir Urlaub nehmen musste), die Kinder waren bis März ständig krank und im Frühjahr zogen wir noch einmal um. Für den Umzug benötigten wir ebenfalls 10 Tage Urlaub, da wir ein komplettes Haus renovierten (dazu später mehr).

So bekamen wir die Sommerferien dann nur dank meiner Schwiegereltern und meiner Schwester überhaupt abgedeckt, da sie auf die Kinder aufpassten und wir den Urlaub wie erwähnt strategisch verteilen konnten. Aber die Absprachen und die Organisation haben mich nervlich echt gefordert.

Hat euch die Grippesaison 17/18 auch so schwer getroffen? Wir kamen aus den Krankmeldungen gar nicht mehr raus und hatten im März schon die Tage für ein Kind aufgebraucht. Die ständigen Kindkrank-Zeiten deckten wir im Laufe des Jahres dann mit Home-Office und Wochenendnacharbeit ab. Der Mann kam von der Arbeit und übernahm das kranke Kind, ich fuhr ins Büro. Arbeiten bis spät abends wurde zur Regel und die Kinder mussten ständig vorm Fernseher geparkt werden, damit wir unseren Workload schafften. Freie Wochenenden gab es kaum (nur wenige Highlights mit Besuchen und Kurztrips) und die Doktorarbeit war ein zusätzliches bodenloses Fass voller Frust.

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An der Wakenitz in Lübeck

Denn wie es immer so ist: konnte man auf der Arbeit unmöglich fehlen (der Mann hatte Termine oder ich hatte Vorträge oder Deadlines), wurde garantiert ein Kind krank oder die Tagesmutter fiel aus oder der Kindergarten hatte zu.

Ich hätte echt im Dreieck springen können. Permanent.

Im Herbst 2017 kündigten sich bei mir schon Hautprobleme an, die im Winter 2018 dann in einem Neurodermitisschub nach dem nächsten gipfelten. Ständig musste ich zum Arzt und nichts half. Die Ursache war laut aller Ärzte (nach kurzem Abfragen der momentanen Lebenssituation): Stress.

Ja. Ach.

Ich begann stark zu zweifeln, ob das mit der Doktorarbeit wirklich eine so gute Idee war…

Meine Hautprobleme zogen sich das gesamte Frühjahr und im Mai (nach dem Umzug) waren meine Hände so kaputt, dass ich sie vor Schmerzen kaum noch bewegen konnte. Nichts ging mehr und ich wurde mehrere Wochen krankgeschrieben, um zur fast täglichen UV-Lichttherapie in die Hautklinik gehen zu können.

In der Zeit konnte ich noch nicht einmal mehr Tippen, ohne dass meine Haut förmlich aufriss, aber ich hatte in der Tagesklinik ein paar Stunden tägliche Wartezeit, die ich produktiv (und wider besseren Wissens) für die Doktorarbeit nutzte.

So viel Literatur wie zu dem Zeitpunkt konnte ich seitdem nicht mehr lesen (darum stockt mein Hintergrundkapitel auch seit fast einem halben Jahr…).

Mein persönliches Highlight, Part I

Wir haben uns nach dem Herzug 2016 ziemlich schnell in Lübeck verliebt – die wunderschöne Altstadt, das Wasser überall und die Nähe zur Ostsee – und für uns stand bald fest: hier bleiben wir. Also fingen wir im Laufe des Jahres 2017 mit der Immobiliensuche an. Wir rechneten so mit drei bis fünf Jahren, die wir mindestens für die Suche aufbringen mussten – zumindest nach den Erzählungen und Erfahrungen im Umkreis.

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An der Untertrave im Sommer in Lübeck

Wir wurden viel schneller fündig als erwartet und besichtigten Ende Dezember 2017, kurz vor unserem Weihnachtsurlaub, ein kleines Traumhäuschen. Wir sagten sofort zu. Und wirklich, zwei Tage später, wir wollten gerade gen Süden aufbrechen, hatten schon die Schuhe an, die Koffer im Auto und mussten nur noch die Kinder einsammeln, rief die Maklerin an: wir bekommen das Haus.

Den Weihnachtsurlaub kürzten wir ab, um zwischen den Feiertagen alle Unterlagen zusammen zu bekommen und sogar schon die ersten Banktermine wahrzunehmen (danach fuhren wir wieder zu Solina und stießen zusammen auf den Hauskauf an).

Mitte Januar war alles eingetütet und wir – ich, die ja eigentlich mit Familienleben und Doktorarbeit genug zu tun hatte und der Mann, der mit seiner Vollzeitstelle auch mehr als ausgelastet war – hatten zehn Wochen Zeit, um Nachmieter und ein Umzugsunternehmen zu finden, den Umzug zu organisieren und die Renovierung zu stemmen, denn Ende März bezogen wir schon das Haus.

Wir renovierten zu dritt (mein Schwiegervater half) in 1,5 Wochen ein ganzes Haus und arbeiteten bis spät in die Nacht, damit zumindest die Schlafräume bis zum Einzug fertig wurden. Meine Schwiegermutter betreute nachmittags die Kinder in der Woche des konkreten Umzugs, aber schon die Wochen davor waren wir natürlich ebenfalls bis zum Anschlag im Stress.

Das gab meinen Händen auch den Rest und danach waren die wirklich kaum noch zu gebrauchen. Dennoch: das Haus war die beste Entscheidung 2018 und jeden Stress Wert. Wir verbrachten den langen Sommer ständig im Garten, jedes Kind hat ein eigenes Zimmer und wir generell genug Platz für uns und den Besuch, den wir so gerne bekommen.

Mit Ostern und der Eiersuche im eigenen Garten feierten wir den Einzug.

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Ostereiersuche mit den Cousinen

Mit uns ist auch eine kleine Hausfee namens ‚Honigsocke‘ eingezogen, aber über sie wird es noch einen Extrapost geben.

Nachricht von Honigsocke, die ihre Tür zwischen den Kinderzimmern hat

Wir brauchten natürlich noch weitere Monate für die Renovierung. Einen Teil der Sommerferien der Kinder nutzten wir nach Feierabend für die Renovierung vom zentralen Flur und erst am 28. Dezember wurde der letzte Boden verlegt. 2019 geht’s damit natürlich auch weiter, vor allem im Garten und Außenbereich.

Mein persönliches Highlight, Part II

Auch bei den Kindern hat sich in einem Jahr viel getan. Mein zweites Jahreshighlight war der Moment, als unser schwerhöriges Kind im November seine Hörgeräte los wurde.

Ja, richtig gelesen.

Trotz der anfänglichen Diagnose einer hochgradigen Schwerhörigkeit zeigte sich im Laufe des Jahres 2018, dass unser Kind doch normalhörend ist. Darüber werde ich noch einen Extrapost schreiben, denn das war definitiv mein Highlight zum Jahresende.

Der finale Hörtest in der Pädaudiologie

2018 kamen die Kinder aber definitiv zu kurz. Wir hatten so wenig Zeit, so wenig Nerven und mussten ständig arbeiten oder eine Betreuung organisieren. Meistens gaben wir uns förmlich die Klinke in die Hand, teilten uns irgendwie auf und erwarteten viel von ihnen.

Meinen Tribut zolle ich vor allem den beiden Jungs,  die sowohl den Umzug, als auch alle möglichen Betreuungsformen und meine ständige (psychische) Abwesenheit durch die Doktorarbeit unbeeindruckt zur Kenntnis nahmen.

Kinder Kinder

Im Gegenteil sogar. Die haben sich richtig toll gemacht. Der Große ist wirklich „groß“ geworden: er hat seinen ersten Zahn verloren und uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Pubertät gegeben. Drama kann er, aber das war ja schon immer so.

Der Kleine wechselte im August endlich in den Kindergarten vom großen Bruder (1,5 Jahre haben wir auf den Platz gewartet), was uns das letzte Drittel des Jahres 2018 organisatorisch enorm erleichterte. Unfassbar schnell war mit 2018 auch die Kleinkindzeit vorbei und er Ende Dezember 3 Jahre alt.

Wo der große Bruder sensibel und empfindlich ist, ist der kleine Bruder robust und wild. Einer empathisch und verständnisvoll, der andere laut und grob. 2018 war weiter gefüllt mit Streit und Geschwisterliebe (teilweise im minütlichen Wechsel) und unseren Schwierigkeiten, zwei so unterschiedlichen Kindern irgendwie gerecht zu werden.

Aber dennoch war 2018 ein großartiges Jahr. Wir kamen (auch Dank des Hauses und dem gleichen Kindergarten für beide Kinder) endlich an einen Punkt, an dem alles an seinen Platz fiel und wir wirklich zufrieden und glücklich mit allen Umständen waren.

Wenn die Doktorarbeit nicht wäre…

Meine niemals endende Hassliebe – die Promotion

Obwohl ich Seite um Seite schreibe und mir seit 2,5 Jahren Haare raufe und Zähne an der Doktorarbeit ausbeiße, bin ich immer unsicherer, ob ich wirklich noch das Richtige tue. Ich war in den letzten zehn Jahren immer der Meinung, genau dieses Ziel zur Selbsterfüllung zu brauchen, währenddessen hat sich aber das Leben um mich herum weiter angefüllt und fühlt sich dabei mehr als ausreichend an. Noch weiß ich aber nicht, ob es nicht nur Erschöpfung des Endspurtes ist, ich also nur den Blick auf das Wesentliche verloren habe oder ob ich nicht im Gegenteil wirklich endlich klarer sehe, was (mir) wirklich wichtig ist.

Mein Fokus hat sich auf jeden Fall verschoben und für 2019 habe ich einiges vor. Aber definitiv NICHT noch mehr Arbeit. Die Kinder sind jetzt zwar „aus dem Gröbsten“ raus, aber wir justieren weiterhin nach, wo es noch ordentlich ruckelt. Das sind mehr Stellen als mir lieb ist.

2019 wird (garantiert) ebenfalls wieder ereignisreich, anders können wir auch nicht.

An der Untertrave zur Weihnachtszeit

Ich wünsche euch allen einen glücklichen Jahresbeginn!

Eure chutriel

btfmdn

3 Kommentare zu „chutriels Jahresrückblick 2018

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