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chutriel verabschiedet sich

Als ich im September 2012 – vor 7,5 Jahren! – auf Solinas Thread „Ich und mein Kinderwunsch“ im Kleiderkreisel-Forum stieß, quälte mich eine Frage: Wie schaffe ich es, meinen Promotionswunsch mit meinem Kinderwunsch zu vereinbaren?

Dieses Thema blieb über all die Jahre präsent, unabhängig davon, womit ich die Zeit füllte: zwei Kinder (eine traumatische Frühgeburt mit komplikationsbehaftetem Kaiserschnitt und eine Traumgeburt im Wasser), zwei Häuser, etliche Umzüge, Schlaflosigkeit und Sorgen über Jahre, aber auch schöne Erlebnisse und für mich weltbewegende Erkenntnisse. Das Leben also. Dabei behielt ich die Doktorarbeit immer im Hinterkopf und auf dem Schreibtisch. Sie drängelte, frustrierte und bestimmte alles mit.

Über all das Schreiben zu dürfen, half mir ungemein. Wenn ich Gedanken linear in Worte fassen und niederschreiben musste, um sinnvolle Sätze daraus zu bilden, stellte sich auch in meinem Kopf eine gewisse Sortierung ein. Durch das Bloggen, aber auch das Recherchieren für Themen und den Austausch online, wurde mir klarer, was ich eigentlich wollte oder überhaupt leisten konnte.

Ich behaupte mal, dass es mir auch half, meinen eigenen Stil zu finden – ob jetzt in der Erziehung, beim Erwachsenwerden allgemein oder tatsächlich beim Schreiben. Vielleicht war ich immer ein bisschen zu ehrlich, ein bisschen zu genervt, definitiv zu nachdenklich und kritisch. Aber meine Kinder wurden für mich der lebende Beweis, dass ich zwar einiges falsch, aber auch ganz viel richtig dabei mache.

Trotzdem hing mir ein Kommentar eine Weile nach, den ich auf einen meiner ersten Posts erhielt: dass man hoffe, meine Kinder würden nie lesen, was ich über sie schreibe.

So habe ich für mich beschlossen, dass ich genau das will. Sie dürfen und sollen sogar lesen, wie schwer mir alles oft fiel. Wie schwer die Vereinbarkeit von gefühlt allem mit dem Kinderkriegen und -haben ist und dauernd gemacht wird. Bei all der Schwere bringen sie aber die Leichtigkeit mit, die Dinge auch so zu nehmen, wie sie kommen. Den Augenblick zu nutzen, den Alltag zu genießen und vieles auch schlicht zu ignorieren. Zum Beispiel doofe Kommentare.

Für mich geht mit den Mutterfreunden wirklich ein ganz wichtiger Bestandteil der letzten Jahre zu Ende. Zum Glück sind aus den Internetbekanntschaften echte Freundschaften geworden und ich sehe meine Mutterfreunde im April auf meinem Geburtstag wieder. In echt und nicht nur im Chat, um Blogthemen zu planen.

Es ist fast schon ironisch, dass wir diese Ära des Bloggens ausgerechnet dann beenden, wenn ich kurz vor Abschluss der Promotion bin. Nächsten Monat, im März, habe ich das Rigorosum, die Verteidigung meiner Doktorarbeit.

Wenn ich da nicht durchfalle, habe ich erreicht, was mich vor 7,5 Jahren zu Solinas Thread verschlagen hatte: Ich habe meinen Doktortitel UND zwei Kinder. Und immer noch mehr Fragen als Antworten. Damit aber weiterhin genug, über das ich mich aufregen kann.

So gehen mir die Themen aber immerhin nicht aus. Allerdings (und zum Glück) liegen die mittlerweile eher abseits vom Wickeltisch und solchen Dingen wie Stillen und Tragen, die im Nachhinein tatsächlich nicht so weltbewegend waren, wie sie sich in dem Moment angefühlt haben.

Außerdem habe ich nach Abschluss des elendigen Promotionsthemas vieles vor und werde wieder vermehrt aufnehmen, was die letzen Jahre auf der Strecke geblieben ist. Davon könnt ihr dann auf meinem eigenen Blog lesen oder mir für bildhafte Eindrücke aus dem Alltag bei Instagram folgen :). Da gibt es Spiele mit und für Kinder, Freizeitgestaltung für faule Mütter und kritische Themen wie feministische Mutterschaft und die große Vereinbarkeitsfrage.

(Aktuell bin ich übrigens mit meinen Söhnen bei einer vierwöchigen Kinderrehabilitation auf Sylt und setze dort einige Hilferufe ab!)

Auf jeden Fall werde ich weiter schreiben und auch noch kinderbezogene Themen verbloggen – denn schließlich gibt es mit meinen Kindern noch genug zu erleben.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns zukünftig auch da lesen!

Eure chutriel

rpt

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