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Schokominza 2.0 – zurück in den Osten

Im Juni 2014 habe ich mich hier bei den Mutterfreunden das erste Mal vorgestellt – das ist schon unglaubliche 5 Jahre her. Happy Birthday zu diesem halbrunden Blog-Geburtstag an alle, die über diese lange Zeit immernoch hier dabei sind! So viel hat sich inzwischen getan, auch bei mir.

Wie ging es weiter mit der Studi-Mama aus Bonn?

Vor fünf Jahren stellte ich mich als junge Frau von 26 Jahren vor, die eine Tochter auf dem Arm und eine Tochter im Bauch hatte. Meinen Mutterschutz habe ich dazu genutzt, ein kurzes Praktikum im Verlag einzulegen, denn in den Anfängen meines Elternseins studierte ich noch im Master und ging verschiedenen Nebenjobs nach. Mein Mann stemmte die Elternzeit.

Ich beendete mein Studium mit 27 und dank Ausbildung, Bachelor- und Masterstudium war ich wohl qualifiziert genug für meine erste Stelle, die ich an der Uni in Bonn angeboten bekam. Es war eine aufregende und turbulente erste Zeit mit meinem eigenen Projekt und anfangs 40 Stunden Arbeit, in unserer 2-Zimmer-Wohnung und mit vielen Studentenfreunden.

Wie es aber so im Leben ist, veränderte sich nach und nach aber noch einiges mehr als das abgeschlossene Studium. Da war zum einen die Teilzeit-Arbeit meines Mannes, die er dann schnell fand. Was erstmal gut klingt, stellte uns vor einige Hürden: Ich arbeitete bis 15:30 und er bis 17 Uhr. Wer konnte 14:30 Uhr die Kinder abgeholt haben? Zudem hatte der Kindergarten sehr oft geschlossen – Wer konnte sich jedes Mal Urlaub nehmen? Wie konnte ich auf Dienstreisen gehen? Wer übernimmt die Eingewöhnung der kleinen Tochter?

Als dann nach und nach auch noch unsere Freunde aus Bonn wegzogen, eine schlechte Stimmung zur Vermieterin entstand und ich auch beruflich eigentlich was anderes machen wollte, entschieden wir uns für den nächsten großen Schritt: Wir zogen um nach Dresden.

Was ist in Dresden anders als in Bonn?

Die Frauenkirche in Dresden

In Dresden kann man als Familie sehr gut leben, finde ich, denn der Osten ist viel mehr auf Familien ausgelegt. Und auf Eltern, die arbeiten gehen. Zwar sind die Lebenshaltungskosten in Bonn sogar höher als in Dresden, aber trotzdem wird Familien das Arbeiten erschwert und einer muss schon fast eine Teilzeitstelle annehmen (Das hat Vorzüge, keine Frage, aber das sollte man doch selbst entscheiden dürfen).

Das neue Kinderzimmer mit Doppelstockbett

Für uns haben sich hier in Dresden zudem neue berufliche Perspektiven ergeben. Ich arbeite inzwischen als Online Redakteurin in einer Agentur und mein Mann hat eine nebenberufliche Ausbildung zum Erzieher begonnen. Nun lernen wir das Leben kennen, wenn beide Vollzeit arbeiten.

Was ist aus den Kindern geworden?

Im Botanischen Garten in Dresden

Meine kleine Tochter wird in wenigen Tagen 5 Jahre alt und hat sich zu einem sehr spannenden Charakter entwickelt. Wild, eigensinnig, ruhig, lieb und dann wieder rebellisch – Was für ein Typ Kind! Durch unseren Umzug nach Dresden hat sie nun noch zwei Jahre bis zur Einschulung (in Bonn hätte sie nächstes Jahr gehen müssen) und wir brauchen uns noch nicht zu fragen, wie das mit der Schule werden wird. Zum Glück hat sie eine tolle Erzieherin, die „sie machen lässt“.

Meine große Tochter ist 6 Jahre alt und erinnert sich noch sehr stark an Bonn. Wir müssten echt mal wieder hinfahren (es ist nur leider so weit weg…), aber auch in Dresden hat sie viele Freunde gefunden. In diesem Jahr kam sie in die erste Klasse und macht sich sehr gut. Sie ist supersympatisch und sehr offen, das öffnet ihr viele Türen. Ab nächster Woche darf sie in der Schule auch einen Musikkurs besuchen.

Elbwiesen in Dresden mit alten Obstbäumen

Was sagt der Mann?

Gerade jetzt, wo ich das hier schreibe, ist er in einem Spielecafé und spielt Magic. Wer ein Hobby hat, kann überall Anschluss finden und das gelingt ihm ganz gut. Zudem kennen wir beide viele Leute aus dem Haus und über die Arbeit, bei ihm kommt jetzt auch die Berufsschule dazu.

Wenn das Sozialleben läuft, fühlt man sich schnell wohl. Ihm gefällt aber auch unsere große Wohnung (von 60 qm auf 90 qm!) und seine Arbeit wohl auch. Schade ist, dass die nebenberufliche Erzieherausbildung hier schlechter für uns ist. In NRW wurde schon die PiA eingeführt, die praxisintegrierte Ausbildung, bei der man nur einen Tag in der Woche zur Berufsschule muss über 3 Jahre. Mein Mann muss hingegen 4 Jahre lang Mittwoch abends, Freitags komplett und jeden zweiten Samstag zur Beruffschule. Und diese kostet sogar Schulgeld. Ich mach drei Kreuze, wenn das geschafft ist, obwohl ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen wöllte, dass er das fertig macht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er doch soziale Arbeit studiert. Es bleibt spannend.

Alles in allem…

Zum einen ist das Leben chilliger geworden, denn mit größeren Kindern ist es deutlich entspannter als mit Babys. Ich bekomme mehr Schlaf! Allerdings liegen die coolen 20er nun auch hinter uns. Ausbildung, Studium, … Das ist Geschichte. Wir sind jetzt ü30 und das „Hamsterrad“ dreht sich. Jeden Tag arbeiten und nicht mehr zwischen Uni, Nebenjobs und Krabbelgruppe zu switchen ist ein ganz anderes Leben – vielleicht weniger anstrengend, aber leider auch nicht mehr ganz so schön. Die Abwechslung tat gut.

Mein Tasse auf Arbeit

Ich versuche mir meine freie Zeit trotzdem so interessant wie möglich zu gestalten. Sei es das Bloggen hier bei den Mutterfreunden oder auf meinem Dresden Mutti-Blog. Oder: etwas Nähen, mit den Kindern spielen, mit den Nachbarn im Garten rumhängen, an der Elbe spazieren gehen. Am meisten machen mir die Kinder Spaß, weil sie viel toller geworden sind, als ich sie mir vorgestellt habe.

Ich bin froh, dass ich vor zwei Jahren den Schritt nach Dresden gewagt habe, obwohl damals das Wohl von drei weiteren Menschen mit dran hing. Es ist alles gut ausgegangen und uns geht es hier einfach viel besser, als das in Bonn möglich gewesen wäre. Zudem habe ich meine Familie in der Nähe und wir können uns manchmal am Wochenende besuchen – das ist einfach schön und ich genieße es.

eure

Sascha-Maria

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