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Vorstellungsrunde 2.0 – Lerche sagt wieder Piep

Als wir beschlossen haben, aktiv gegen das Sommerloch zu arbeiten, haben wir auch gemerkt, dass wir uns zuletzt vor vielen, vielen Jahren vorgestellt haben. Und auch wenn es zwischendurch Jahresrückblicke und Updates gab, möchten wir den neuen Leser*innen einen kurzen Überblick über die Autorinnen geben. Die „Mutterfreunde“ sind über die 500 Beiträge, die dieser Blog inzwischen zählt, auch ein wenig älter geworden.

Lerche macht den Anfang

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich schon als Lerche im Internet unterwegs bin. Es ist weit vor der Volljährigkeit passiert, dass mir nach „Romeo und Julia“ etwas kitschig die Vögel nachgegangen sind. Und da die Nachtigall auf diversen Seiten belegt war, bin ich auf die Lerche ausgewichen. Sorry, Zweite-Wahl-Vogel.

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Lerche jedenfalls ist inzwischen 30 Jahre alt, hat einige weiße Haare bekommen, nicht zuletzt wegen der zwei Kinder, die gegenwärtig 5 und 3 Jahre alt sind. Wie man hier lesen kann: https://mutterfreunde.wordpress.com/2015/08/30/lerche-sag-mal-piep/ , kam Kind Nummer eins am Anfang meines Masterstudiums. Kind Nummer zwei war dann keine Überlegung mehr, wir haben den Plan tatsächlich vor Abschluss des Masters in die Tat umgesetzt. Meine Masterarbeit habe ich im Wochenbett abgegeben und bin direkt nach den acht Wochen Mutterschutz in ein Forschungsprojekt eingestiegen. Obwohl ich nie in die Wissenschaft wollte. Im Prinzip will ich immer noch nicht in die Wissenschaft, aber ich finde auch nichts besseres. Inzwischen arbeite ich an meiner Promotion (die liebe chutriel ist dabei mein viel besser strukturiertes Vorbild), in Lehre und Forschung und verdiene noch zusätzlich etwas durch Fortbildungen und Seminare.

Studiert habe ich Kindheitspädagogik. Wenn ich also von Kindern spreche, dann aus zwei Perspektiven: Mutter und Wissenschaftlerin. Kindheitsforschung ist mein Beruf – mit den Schwerpunkten Sprachentwicklung- und förderung, Literacy und Medienbildung, sowie Krippenpädagogik und Professionalisierungsforschung. Netter Nebeneffekt: Alle Fachlektüre und sämtliche Bilderbücher sind steuerlich absetzbar.

Man liest es schon: Ich bin working mom durch und durch

Das funktioniert deshalb so gut, weil es den Lercherich gibt. Mit ihm bin ich in diesem Jahr seit 15 Jahren liiert, seit 8 Jahren verheiratet und seit 3 Jahren leben wir in einer offenen Ehe. Die Taufe von Kind 2 haben wir genutzt, um die kirchliche Hochzeit nachzufeiern und dabei liebe Freunde aus allen Teilen Deutschlands bei uns zu haben.  Im Gegensatz zu mir hat er einen stabilen Job als Handwerker in der Großindustrie, verlässliche Arbeits20190828_180810.jpgzeiten, keine Wochenendarbeit – im Prinzip kann er jede Lücke auffangen, die meine Arbeit in die Routinen reißt. Weil wir beide keine Haushaltsfanatiker sind, liegt der dafür brach. Denn reich wird man mit unseren Jobs nicht und so fehlt die helfende Hand.
Übrigens: Obwohl Lercherichs Eltern in der Nähe wohnen, besuchen wir sie nur mal für einige Stunden am Wochenende. Sie sind so eingespannt, dass wir im Alltag nicht auf sie zurückgreifen können. Meine Familie hingegen wohnt einfach viel zu weit weg. Und so schlagen wir uns so gut es geht, mit Kindergarten und eng strukturiertem Alltag durch.

Der Alltag findet am Bodensee statt und zumindest das sorgt für Erholung schon durch den Blick aus dem Fenster. Als Zugezogene arbeite ich zwar immer noch daran, mich hier einzugliedern, aber so langsam etablieren sich Strukturen. Und es gibt auch noch „Onkel“ Paul, der zumindest in der Nebensaison hier ganz aktiv und helfend den Alltag mitgestaltet.

Die Kinder derweil sind herrlich unspektakulär…

…wenn auch nicht ohne Macken – es sind immerhin Pädagogenkinder, die müssen schwierig sein, hab ich gehört. Es sind beides sehr kantige Kinder, die sich wenig gefallen lassen und ihre eigenen Ideen durchzusetzen. Dabei bemühen sie sich nach Kräften um Kompromisse – aber die Kompromissfähigkeit ist mit 3 und 5 ein sehr begrenztes Gut.
IMG_20190915_175110.jpgKind 1 – inzwischen stolzer Vorschüler-  ist eine lautstarke Labertasche, von Bildschirmen magisch angezogen und festgehalten, ein mieser Verlierer und gesegnet mit reichlich Hang zu sehr lebhaften negativen Gefühlsausbrüchen. Aktuell übt er vor dem Spiegel, besonders leidend und hilfsbedürftig auszusehen. Er singt, tobt, besiegt Monster und ist auch gerne selbst eins. Als echtes Großkind bemüht er sich, Kind 2 zu zeigen, wie das Leben funktioniert, auch wenn Kind 2 da ganz eigene Ansichten hat.
Kind 2 ist das personifizierte „Nein, aber“ oder „Doch“, je nach Situation. Sie redet gerne, aber nicht besonders gut und setzt ihre Wünsche notfalls mit reichlich schmerzhaftem Körpereinsatz durch. Generell ist sie sehr körperbezogen und klammert, klettert und tobt auf Personen. Zudem liebt sie essen, vor allem Kuchen. Wenn es still wird und man sie sucht, sitzt sie meistens mit irgendeinem Bausteinsystem da und baut Häuser oder bemalt erst ein großes Papier, dann die eigenen Beine.

Beide Kinder sind sich einig, wenn es um folgende Dinge geht: Klettern (grandios), Schwimmen (genauso gut), zeichnen und malen (lang und ausdauernd), tanzen (wild) und Bilderbücher lesen (immer wieder und noch eins). Beide sind echte Sozialtiere und haben sehr liebe Kitafreunde, denen sie lange treu sind. Und sie lieben Babys.

Bei so einem vollen Alltag, ist es nicht einfach, den eigenen Erziehungsidealen immer gerecht zu werden. Mit- und Selbstbestimmung sind mir wichtig, aber ebenso muss ich auf meine eigenen Grenzen achten. Es gibt Fixpunkte, die auf eine bestimmte Art funktionieren müssen, sonst geht es mir nicht gut. Stress breitet sich aus, die Laune sinkt und die Lautstärke nimmt zu. Inzwischen verstehe ich Erziehung als gemeinsamen Lernprozess aller Beteiligten – wie dieses Zusammenleben gut funktionieren kann, muss immer wieder neu ausgelotet werden. Gefühle zu erkennen und zu regulieren, müssen wir Erwachsenen genauso lernen, wie unsere Kinder. Manchmal können wir es besser und manchmal müssen wir uns entschuldigen. Dabei kann es nicht schaden, aml über den Tellerrand zu blicken und neue Impulse aus verschiedenen Richtungen aufzunehmen. IMG_20190912_191532.jpg

Irgendwann demnächst ist noch ein drittes Kind geplant

Früher wollte ich mal vier, aber da machen das Alter des Lercherichs (der nach 40 keine Kinder mehr möchte) und mein Körper nicht mehr mit. Mal sehen, wann wir dieses Projekt starten, denn inzwischen will auch eine vage Karrierevorstellung mit berücksichtigt sein. Kind 3 wird sicher unser letztes Mal sein, dass wir uns auf die spannende Reise von Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit machen und ich werde alles daran setzen, jeden Moment bewusst mitzunehmen.

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