Events · Urlaub

Festival mit Kindern – A Summer’s Tale

Die Mutterfreunde melden sich aus der Sommerpause mit einigen Urlaubseindrücken zurück! Chutriel war mit ihrer Familie auf dem „A Summer’s Tale“-Festival in der Lüneburger Heide.

Ich war das letzte Mal Anfang der 2000ern auf einem Festival. Seitdem wehre ich mich erfolgreich gegen alle Urlaubswünsche meines Mannes, die irgendetwas mit Zelten oder Camping zu tun haben. Denn obwohl ich einige großartige Konzerte sehen durfte, finde ich das gesamte Drumherum einfach nur ätzend. 3/4 meiner Familie lieben diese Art des Urlaubens aber. So fanden wir für diese Sommerferien einen Kompromiss: Zelten ja, aber auf dem „A Summer’s Tale„-Festival in der Lüneburger Heide mit viel Programm für Familien.

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Das Campen

Meine Festivalerfahrungen belaufen sich aufs Wacken. Und obwohl die Atmosphäre auf dem Wacken unvergleichbar ist, ist das Zelten dort einfach nur … äh. Das Campen auf dem „A Summer’s Tale“ war aber wirklich super. Die sanitären Anlagen waren sauber und es lag kein Müll rum. Zudem gab es morgens am Platz direkt Kaffee und Möglichkeiten, Frühstück zu holen. Durch die verhältnismäßig strengen Vorgaben (sie kamen mir streng vor, aber vielleicht sind sie auch auf anderen Festivals mittlerweile Standard?) fällt kein Kind in Glasscherben oder läuft vor ein Auto.

Auf dem Campingplatz war Glas nämlich verboten und die Parkplätze waren getrennt von den Zeltflächen. Ich konnte meine Kinder völlig ohne Sorgen auf dem Campingplatz umher toben lassen.

Der Nachteil: Wer zu viel mitschleppt, so wie wir, musste viel Laufen. Alleine das Auf- und Abbauen mit dem (Ab-)Transport dauerte einige Stunden durch die weiten Wege, die man zum Auto zurücklegen musste.

Das Programm

Die Musik ist natürlich Geschmackssache und dieses Jahr war für uns nicht so viel dabei. Trotzdem sahen wir ein paar echt coole Konzerte und ohne Frage extrem gute Musikerinnen und Musiker auf den Bühnen.

Das Kulturprogramm und die angebotenen Workshops sind ebenfalls Geschmackssache, aber durch die Vielfalt ist für jede was dabei.

Der Nachteil: Ich hätte gerne mehr Vorträge und Workshops besucht. Durch die langen Wege, die Anmeldefristen und natürlich die Kinder habe ich genau nichts gemacht. Organisatorisch war das tatsächlich schwer möglich. Entweder bringt man seinen Babysitter mit (es gibt tatsächlich ein vergünstigtes Babysitter-Ticket, was natürlich echt genial ist), lässt die Kinder Zuhause oder teilt sich irgendwie auf.

Angebote für Kinder

Die Angebote für Kinder haben mich wirklich begeistert. Es gab ein riesiges Areal, wo die ganze Zeit getobt, geturnt und gespielt werden konnte. Aber auch an anderen Ecken auf dem Festivalgelände gab es viel für die Kinder zu sehen und zu erleben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren wirklich toll und mit viel Herzblut dabei.

Für größere Kinder ist das Angebot noch besser. Sie konnten ebenfalls Workshops besuchen (Zirkus-Yoga, Karate für Kids, …) oder an Lesungen und Kreativwerkstätten teilnehmen. Es gab Gesellschaftsspiele und auch bekannte Musik-Acts für Kinder.

Die Atmosphäre

Der Name hält wirklich, was er verspricht. Die Atmosphäre war wie in einem Sommermärchen. Unsere Kinder tanzten abends auf den Konzerten, konnten überall wild herumrennen und alle waren super entspannt. Ich fand wirklich bemerkenswert, wie viel Rücksicht auch von Tanzwütigen auf die Kinder auf dem Boden genommen wurde und dass immer sofort etliche Eltern parat standen, wenn irgendwo ein Kind weinte.

Der „Nachteil“: Es sind halt überall Kinder :-D. Auch nachts, früh morgens, bei allen Veranstaltungen und Lesungen. Irgendeins heult immer.

Das Essen

Das Essen und Trinken war durchweg köstlich und von vegan über gesundes Fast Food war alles dabei. Die Preise hatten es allerdings in sich. Vier Euro für einfachen Kaffee, Latte in allen Varianten für fünf bis sechs Euro, eine Portion Pommes für vier Euro (immerhin dann Mayo und Ketchup umsonst), Cola und Schorlen ab fünf Euro, Burger für sechs Euro aufwärts. Ab dem zweiten Tag habe ich meinen Kinder nichts mehr gekauft oder bin für sie bei Pommes geblieben, weil es einfach zu teuer war, dass sie das fancy Zeug (bspw. super leckere Käsespätzle) nicht mochten.

Der Nachteil: Das Angebot und die Preise hatten Streetfood-Markt Niveau. Wir haben 200 Euro nur für die Verköstigung ausgegeben. Natürlich ist das kein Muss und wer campt, kann sich dort verpflegen. Tagesbesucher sollten die Preise aber einkalkulieren.

Die Kosten

Damit kommen wir zum letzten Punkt: das Festival ist extrem teuer. Wir haben für ein Familiencampingticket (2 Erwachsene + 1 Kind über sechs Jahre, jüngere Kinder sind kostenlos) mit Parken insgesamt 450 Euro bezahlt. Ein alleiniger Nachteil ist das nicht unbedingt, weil einem auch sehr viel für das Geld geboten wird.

Das Fazit

Deshalb ist mein Fazit auch ambivalent. Ich bin mir nicht sicher, ob sich sich das Preis-Leistungsverhältnis die Waage hält. Auf der einen Seite ist es ein tolles Festival für Familien, auf der anderen Seite damit aber auch ein extrem teurer Spielplatz, wenn man auf Grund der Kinder nicht voll nutzen kann, was dort geboten wird.

Und wer – wie ich – Zelten eher in Kauf nimmt statt es zu genießen, braucht definitiv noch ein paar mehr Anreize, warum sich das Festival lohnt. Für mich war auch die Gesellschaft ausschlaggebend. Wir haben mit tollen Familien gecampt und dadurch eine schöne gemeinsame Zeit verbracht, hatten wirklich Abwechslung vom Alltag und konnten einige schöne Erinnerungen an unser Sommermärchen mitnehmen.

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2 Kommentare zu „Festival mit Kindern – A Summer’s Tale

  1. Puh das ist schon extrem teuer. Wir besuchen jedes Jahr das Open Ohr Festival in Mainz und das ist auch absolut Familiengeeignet. Auch das Essen da ist toll (leider :D); aber obwohl es „besonders“ ist, doch etwas günstiger.

    Ich kann es nur empfehlen. 🙂 meine Motte ist jetzt schon die 3. Generation Besucher in unserer Familie 😀 das ist so schön 🙂

    Liebe Grüße,
    EsistJuli

    Gefällt 1 Person

    1. Oh, das klingt toll <3! Wir haben aus der Festival-Erfahrung eine pro-Camping gemacht und wollen das dann weiter ausbauen. Also öfter zum Campen fahren, demnächst schaffen wir uns das passende Gefährt dafür an. Da sind dann die Ausflüge generell wesentlich günstiger und ich hoffe, wir können daraus dann unsere #makingmemories Sache machen :)!

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