Allgemein

Zwei Kinder sind auch gut, oder?

Mit dem Kinderwunsch ist es so eine Sache. Viele Menschen können gut verstehen, wenn ein Paar ein Kind bekommen möchte und auch die Sehnsucht nach einem Geschwisterchen trifft auf viel Verständnis oder wird sogar erwartet. Der Wunsch nach einem dritten Kind ist allerdings schon nicht mehr ganz so nachvollziehbar, denn es hüpfen doch bereits zwei Kinder übers Sofa, futtern die Nudelvorräte auf und spielen Lego. Weitere Kinder sind sicherlich ein guter Bonus, aber mit zwei Kindern sollte man zufrieden und glücklich sein. Oder?

zweikinder

Ich wollte immer eine große Familie haben.

Früher habe ich gern erzählt, dass ich acht Kinder haben möchte. Eigentlich glaubte ich damals schon nicht daran, aber es klang eindrucksvoll und eine große Familie wünschte ich mir schon. Zugegeben: Acht Kinder sind eine ziemliche Hausnummer und jetzt mit zwei Töchtern schlägt eine „realistischere“ Sicht auf Familie bei mir durch, denn Kinder verlangen einem schon einiges ab. Wer acht Babys bekommt, lebt auch achtmal im „Ausnahmezustand“ – und dabei bleibt es ja nicht, man lebt jahrzehntelang für seine Kinder und es dürfte schwierig sein, eigene Freiheiten zu bewahren und die Vereinbarkeitsfrage wird nicht einfacher, aber dringlicher, denn mehr Kinder brauchen auch mehr Geld.

Dennoch denke ich, dass 1-2 Kinder mehr unserer Familie gut tun und sie sehr bereichern würden. Wir haben viel Spaß mit den zwei Mädchen und diese auch miteinander. Außerdem schmelze ich dahin, wenn ich ein Baby auf dem Arm habe. Soll das nicht ein sicheres Zeichen dafür sein,  dass der Kinderwunsch noch vorhanden ist? Ich bin auch neugierig auf die Persönlichkeit weiterer Kinder. Wie ist wohl Kind 3?

Wie viele Kinder halten wir aus?

Mein Mann sagt ganz klar „nein“ zu weiteren Kindern und das hartnäckig seit 4 Jahren, weil die Babyzeit wirklich anstrengend für uns war. Das begann schon mit der Schwangerschaft, wo mich die Hyperemesis Gravidarum außer Gefecht setzte, und ging mit dem Schlafentzug nach der Geburt weiter. Unsere Kinder wollten einfach nicht schlafen. Wenn andere Eltern 19 Uhr „Feierabend“ hatten, begleiteten wir noch 3-4 Stunden unsere Kinder in den Schlaf.

Ich kann verstehen, dass mein Mann froh ist, diese Zeit „überlebt“ zu haben, denn ich bin es auch. An meinem Kinderwunsch ändert das nichts, aber auch ich merke schon, wie der Wunsch mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund tritt. Unsere große Tochter kommt dieses Jahr in die Schule und die Kleine wird im September auch schon fünf Jahre alt. Will ich da wirklich nochmal von Null anfangen und alle Freiheiten aufgeben, die wir jetzt haben?

Mit der Lücke weiterleben

Ich bin jetzt 31 Jahre alt und werde im Oktober 32. Theoretisch wäre noch alles möglich und wir könnten unsere Familie erweitern. Die Töchter würden sich sehr über eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder freuen und wären großartige Schwestern – jede auf ihre eigene Weise. Kind 3 würde abgöttisch geliebt. Aber dieses Kind gibt es nicht und wird es nicht geben.

Manchmal macht es mich natürlich traurig, wenn ich darüber nachdenke oder mir vorstelle, was wäre wenn, aber ich weiß auch, dass wir viele Vorzüge genießen, wenn wir dieses dritte Kind nicht bekommen. Ich schreibe das so, als wäre das Kind schon real. Das klingt blöd, aber es fühlt sich für mich auch real an. Vielleicht macht das meine Sehnsucht verständlicher? Dieses Kind, was sich für mich in greifbarer Nähe befindet und das ich gern kennenlernen will, es wird nicht geboren. Mit dieser „Lücke“ lebe ich nun weiter.

Zwei Kinder – und das ist okay, nein großartig

Ich bin glücklich, dass wir zwei gesunde und tolle Töchter haben. Ich liebe sie und ich liebe auch unser Leben. Am Ende will ich nicht dramatisieren, wie schlimm es ist, wenige Kinder zu haben, denn das ist es nicht. Ich schaue lieber, was ich habe, als was ich nicht habe. Meine Töchter sind großartig und ich freue mich, mit ihnen leben zu dürfen.

Wie ist das bei dir? Wie viele Kinder wünschst du dir?

Wenn du Lust hast, schau doch auch mal bei meinem Dresden Mutti-Blog vorbei. Dort schreibe ich noch mehr über uns und das Leben in Dresden als Familie.

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