Allgemein

Bei 3 ist Schluss – Warum Lerche zwei nicht genug sind

Teil zwei der Reihe dreht sich um die Kinderanzahl, die wir haben und die, die inzwischen Stand der Planung ist. Warum wir ausgerechnet bei einer krummen Zahl gelandet sind entgegen der Empfehlungen ganz vieler netter Menschen, hängt vor allem mit unseren Biografien zusammen.

20190424_1703391425987645.jpg

Ich war und bin glückliche große Schwester eines kleinen Bruders, von dem mich nicht einmal zwei Jahre trennen. Selbst wenn wir uns inzwischennicht mehr oft sprechen, sind mein Bruder und ich sehr zusammengewachsen und daran hat sich durch keine Lebenskrise etwas geändert. Ein Leben ohne Geschwister habe ich mir immer merkwürdig vorgestellt also war klar: Einzelkind bleiben meine Kinder sicher nicht. Früher hatte ich sogar von Zwillingen geträumt, das finde ich inzwischen etwas mutig.

Lercherich ist der Älteste von drei Geschwistern. Seine Schwester ist 10 Jahre jünger als er, sein Bruder 12. Seine Geschwister sind ihm sehr wichtig, keine Frage, aber er hat auch erlebt, wie sich sein Bruder und seine Schwester bekriegt haben. Bis heute lassen sie wenig gute Haare aneinander. Wenn das nicht half, haben sie sich gegen ihn verbündet. Immerhin das hat nachgelassen. Trotzdem fand er es wichtig, dass unsere Kinder eine Geschwister-Erfahrung haben. Aber auch nicht mehr.

Zu Anfang unserer Beziehung hatten wir uns irgendwann auf vier Kinder geeinigt, aber unter der klaren Vorgabe vom Lercherich: Keine Kinder mehr nach seinem vierzigsten Geburtstag. Niemals wollte er ein älterer Vater sein.

Und wo der Start noch ganz ordentlich verlief – beim ersten Kind war er 33, beim 20190501_16545030929932.jpgzweiten 35 – ging uns dann die Puste aus oder anders: Mein Studium war beendet und ich hatte endlich die Möglichkeit, beruflich voranzukommen.

Den Einstieg direkt nach dem Mutterschutz wollte ich nutzen und durch befristete Verträge war auch klar, dass ich zumindest im ersten Vertrag nicht nachlegen würde. Damit wurde Timo 37.

Zu diesem Zeitpunkt kamen die großen Fragen. Zwei Kinder in 3 Jahren sind nicht unmöglich, aber mehr, als ich mir und meinem Körper zumuten würde. Außerdem sah Timo, wie wir uns langsam auch wirtschaftlich stabilisierten und da sollte jetzt wieder ein Baby dazu? Wo es doch gerade so gut läuft?

Wollen wir es also bei zweien belassen (Mein gerade erst 30 gewordener Uterus beschwert sich nachhaltig)? Denken wir gegebenenfalls in einigen Jahren über die Adoption eines älteren Kindes nach? Bekommen wir ein drittes Kind räumlich unter?

20190422_1034451047978775.jpg

Und wie finden das eigentlich die vorhandenen Kinder?

Da die bisher noch kein Thema waren – und warum sie es für diese Entscheidung auch nicht unbedingt sind:
Großkind will unbedingt noch ein Baby. Am liebsten ein Jungsbaby. Wenn er groß ist, will er schließlich Vater werden und so kann er schonmal üben, wie er sagt.
Kleinkind wird es schwer haben, so sehr sie Babys auch liebt. Ihre heiß geliebte „Nur meine Mama“ in den Fängen eines süßen, quäkenden Winzlings? Ich rieche enttrohnung.

Auch wenn das dritte Kind wohl mehr mein Wunsch sein wird, als der vom Lercherich, haben wir uns schlussendlich darauf geeinigt, nach dem Ziehen der Spirale langsam wieder in die Produktion zu starten. Nicht sofort – das wäre wegen meiner Verträge schwierig – aber doch so, dass wir vor dem vierzigsten Geburtstagfertig sind. Hier ist eindeutig noch emotional Platz für ein weiteres Teammitglied und ich freue mich darauf, noch einen Charakter begrüßen zu dürfen. Kleinkind werden wir auffangen und Großkind wird ein hingebungsvoller Bruder.

An schlechten Tagen überlege ich trotzdem, ob ich nicht völlig irre bin. Schließlich bin ich nicht der Elternzeit-Typ. Ich mache gerade beruflich Fortschritte und weiß nicht, wie so eine dritte Schwangerschaft verlaufen wird. Und auch dieses Baby wird ein Abenteuer. Erfahrungsberichte sagen, dass der Wechsel auf drei einschneidend sein kann. Wenn die Kinder den Eltern zahlenmäßig überlegen sind.
Ein wenig hoffe ich, es durch den etwas größeren Altersabstand auffangen zu können. Dass ich mich entwickelt habe, dass wir für Nummer drei gut vorbereitet sind.

20190604_1934451644237177.jpg

Aber Ratio spielt bei der Entscheidung für Kinder selten eine große Rolle. Denn letztendlich weiß man nie, was kommt.

Ein Kommentar zu „Bei 3 ist Schluss – Warum Lerche zwei nicht genug sind

  1. Huhu! Gute Entscheidung 😉 Unser 3. brauchte auch ein wenig mehr Zeit – rund 5 Jahre. Es war mein ganz dringlicher Wunsch, während mein Mann sich eben erst überreden lassen musste… ich bereue es keinen Tag. Der Abstand ist super, da morgens die Grossen beide aus dem Haus waren, nachmittags je nach Stundenplan auch. Sie waren schon recht selbstständig und auch sehr hilfsbereit. Die Kleine wurde und wird sehr geliebt. Nur die Grossen untereinander streiten echt hart… vermutlich immer noch die Folgen der Entthronung meines Erstgeborenen 😢

    Like

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s