Allgemein · politik

Unsere #Muttertagswünsche

Die Mutterfreunde wünschen euch allen einen schönen Muttertag <3!

#Muttertagswünsche von Schokominza

Seit wir in Dresden wohnen, fühle ich mich ziemlich wohl in meiner Haut, muss ich sagen. Obwohl ich hier 40 Stunden/Woche arbeite, kann ich mein Leben gut mit dem Elternsein verbinden. Die Stadt ist sehr familienfreundlich, der Kindergarten hat lange Öffnungszeiten und wenig Schließtage (3 Tage plus Weihnachten).

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Viele meiner früheren Muttertagswünsche sind allein durch meinen Umzug von Bonn nach Dresden erfüllt worden.

Einige Wünsche habe ich dennoch auch in diesem Jahr:

  • Schnellere Zusage von Schulen: Wir haben bereits den 12. Mai und meine Tochter wird am 17. August eingeschult, aber wir wissen IMMERNOCH NICHT in welche Schule. Dieses Hinhalten treibt mich in den Wahnsinn, weil wir unser Leben auf die Schule werden abstimmen müssen. Ich möchte dies nicht „auf den letzten Drücker“ tun.
  • Kostenloser Nahverkehr für Kinder: Mit dem Schuleintritt kommt eine neue Verpflichtung auf uns zu: in Dresden müssen wir nun Fahrkarten für Bus & Bahn kaufen. Ich wünsche mir eine kostenlose Beförderung von Kindern generell. Sie sollten sich frei zwischen Zuhause, Schule, Hobbys ect. bewegen können, ohne schauen zu müssen: Hab ich genug Kleingeld einstecken?
  • Elterntreffen am Abend: Momentan finden bei uns zum Beispiel die Sitzungen des Elternrats um 8 Uhr statt – mitten in meiner Arbeitszeit. Das finde ich sehr unpraktisch. Zudem werden Elternabende auf 16 Uhr gelegt, was einerseits praktisch ist, weil die Kinder in der Zeit betreut werden, aber andererseits länger arbeitende Eltern ausschließt.
  • Sichere Radwege: Selbst viele Erwachsene sind ungern in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs. Wie sollen da unsere Kinder sicher von A nach B radeln können? Ich wünsche mir deutlich weniger Auto-Verkehr in der Stadt und sicherere Radwege.
  • Günstigere Mieten: Ich bin nicht der Meinung, dass Familien überschwänglich viel Platz haben müssen. Das nicht. Aber schon die Summen für 3-Raum-Wohnungen liegen häufig im 4stelligen Bereich und das ist wirklich zu viel und nimmt immer absurdere Ausmaße an…

#Muttertagswünsche von chutriel

Für mich hat sich im letzten Jahr seit meiner Muttertagswünsche 2018 auch einiges entspannt. Eine politische Elterninitiative konnte in unserer Stadt geringere Schließzeiten der Kitas durchsetzen, außerdem gehen beide Kinder seit August letzten Jahres in die gleiche Einrichtung.

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chutriel

Trotzdem scheitere ich nach wie vor an der nicht vorhandenen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mareice Kaiser bringt es in ihrem Beitrag „Warum Vereinbarkeit ein Mythos ist“ auf den Punkt: ich muss so arbeiten, als hätte ich keine Kinder und meine Kinder so erziehen, als müsste ich nicht arbeiten.

Diese Rechnung geht einfach nicht auf.

Deshalb wünsche ich mir nach wie vor nichts weniger als eine komplette Umstrukturierung unserer Leistungs-und Erwerbsgesellschaft sowie des Rentensystems. Wir müssen Erwartungen, Vergütungen und Perspektiven darauf ausrichten, dass mittlerweile ALLE Eltern arbeiten MÜSSEN, trotz und wegen der Familiengründung. Die Mieten steigen, in gute Bildung muss zusätzlich investiert werden und an die Rente muss jetzt auch schon gedacht werden. Nur darf die 40h-Arbeitswoche 45 Jahre lang ohne Unterbrechung dafür nicht mehr die Grundlage sein, weil sie so nicht zu bewerkstelligen ist. Alternative Entwürfe gibt es, sie müssen nur endlich umgesetzt werden.

Das Ein-Ernährer*innenmodell, auf dem unser System basiert, ist zum Luxusmodell geworden, das sich heute niemand mehr leisten kann. Vielleicht kurzfristig gedacht während der ersten Lebensjahre der Kinder, eventuell auch mittelfristig, wenn Mütter aus Alternativlosigkeit zur Zuverdienerin degradiert wurden, aber langfristig ist das ökonomischer Selbstmord und rächt sich allerspätestens zur Rente.

Und auf der Strecke bleibt bis dahin nicht weniger als das, was uns allen eigentlich das Wichtigste sein sollte: eine zufriedene und intern gut funktionierende Familie – egal, in welcher Konstellation sie besteht.

#Muttertagswünsche von Lerche

Wenn man mich in letzter Zeit fragt, was ich mir wünsche, fällt mir die Antwort zunehmend schwer. Ich muss reichlich darüber nachdenken, über was ich mich freuen würde. Meistens sind es ziemlich banale Dinge und ähnlich geht es mir mit diesem Muttertag. Dabei hat sich seit letztem Jahr nichts tiefgreifendes verändern.
Genderpaygap, höhere Kosten für Haarschnitte und Kosmetika, weniger Geld nach Elternzeit, schlechtere Berufseinstiegs- und Karrierechancen, Abbau der Geburtshilfe, Kinderbetreuungsengpässe, drohende Altersarmut; eine lange Liste an der sich scheinbar nichts tut.

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Lerche

Und trotzdem fühle ich mich davon nur wenig betroffen. Es verschwimmt im Alltag, blinkt kurz auf und verschwindet wieder angesichts des täglichen To-Dos.
Vielleicht die größte Krux am Leben mit zwei Jobs und zwei Kindern: Trotz motiviertem, ehrlich beteiligtem Mann ist der mental workload im Alltag so hoch, dass ich wenig dazu komme, mir Gedanken über die allgemeinen Zusammenhänge zu machen. Darüber, wie sie mich betreffen und wie ich etwas daran ändern kann.
Ich lese Artikel, Blogbeiträge, sehe Dokumentationen, nicke, denke empört – und gehe zurück ans Tagesgeschäft.

Wenn ich mir also etwas wünsche, dann ist es Zeit. Zeit, mich für die Dinge einzusetzen, die mir wichtig sind. Mich politisch zu beteiligen über die Wahlen hinaus. Nicht nur im kleinen Rahmen empört die Faust schütteln, sondern echte Initiative zeigen. Ich führe winzige Kämpfe im Alltag, punktuell und vielleicht, mit etwas Glück, verändere ich so Einstellungen von Einzelpersonen. Aber ich würde gerne mehr tun.
Nur wo ich zwischen Tagungen und Sportverein, zwischen Abgabeterminen und Verwandtschaftsbesuchen, Steuererklärungen, Rechnungen, Umzug und Spielplatzaufenthalt noch politisches Engagement einquetschen soll, ist mir ein Rätsel. Ich denke also immer „Wenn ich groß bin“ und verpasse die Chance, jetzt etwas anzustoßen.

Mehr Zeit heißt weniger Arbeit oder weniger Zeit mit den Kindern. Weniger Arbeit heißt weniger Geld. Weniger Zeit mit den Kindern ist immer eine Option, aber dann werde ich vollständig zur Ab-und-Zu-Mama – womit ich gegen meiner Vorstellung arbeite, dass in echter Vereinbarkeit Mutter und Vater gleichermaßen Zeit mit ihren Kindern verbringen können und ihr restliches Leben trotzdem stattfindet.

Letzten Endes dreht es sich um Lebenszeit, die finanziert werden will. Wie viel Geld ist mir mein Leben wert, wie viel Leben kann ich mir von meinem Geld kaufen und wie viel von beidem kann ich einsetzen für größere Ziele? Und wie passt das Leben meiner Kinder in diese Rechnung?
Vielleicht überwinden wir irgendwann diese Gleichung. Vielleicht ist irgendwann ein Leben möglich, in dem jeder Einsatz für Ziele, bei denen ich nicht in die staatlichen Kassen einzahle, trotzdem kein Fallstrick für mein gegenwärtiges und zukünftiges Leben ist.

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