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Die magische Phase – von Hausfeen, dem Weihnachtsmann und (elterlichem) Eskapismus

Als wir vor einem Jahr unser Eigenheim renovierten, nutzte ich die Chance, eine Hausfee bei uns einziehen zu lassen.

Während wir also renovierten und die Kinder noch in der alten Wohnung bei den Großeltern waren, brachte ich eine kleine Tür zwischen den Kinderzimmern an. Es gibt einige Anbieter für Elfen- und Feentüren, ich habe unsere bei Tinyfoxes gekauft.

 

Einmal entdeckt, waren die Kinder total begeistert und warteten neugierig vor der Feentür. Aber da Feen nur nachts, wenn alle schlafen, herauskommen, ließen sie sie bald in Ruhe. Jedem Besuch wurde aber die Feentür beim Hausrundgang stolz gezeigt.

Die Fee tritt in Erscheinung

Ein paar Tag nach dem Einzug fanden die Jungs ein Briefchen an der Feentür und ein verstecktes Geschenk im Haus: ein Einweihungsgeschenk von unserer Hausfee, die sich als „Honigsocke“ vorstellte.

Sie schenkte unseren Kindern das Buch Luna und der Katzenbär, denn unser ältester Sohn hat davon ein Poster im Zimmer hängen, das Buch aber nicht im Regal stehen. Honigsocke hat dies auf einem ihrer nächtlichen Rundflüge gesehen und das Buch umgehend als passendes Einweihungsgeschenk erkannt.

 

Als Dankeschön malte unser Sohn für Honigsocke ein paar Bilder, natürlich in Feengröße, damit sie auch in ihr Wohnzimmer passten.

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Ein Bild für Honigsockes Wohnzimmer

Honigsocke regelte nicht nur den Zahnaustausch mit der Zahnfee, auch ließ sie den Weihnachtsmann rein, als wir über die Feiertage bei meiner Schwester waren. Der Weihnachtsmann hatte nämlich noch ein großes Puppenhaus abzugeben (das wir unmöglich mitschmuggeln konnten).

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Praktisch, so eine Hausfee.

Warum ‚verarscht‘ man seine Kinder so?

Während ich also mit eigener kindlicher Freude Geschenke und Briefchen platzierte und bei den Aktionen überall Glitzer verstreute, wurde ich bei meinen Erzählungen im Büro ziemlich verständnislos gefragt, wie ich denn „meine Kinder derart verarschen könne“. Weihnachtsmann, Zahnfee, Osterhase und alle anderen Phantasiewesen sollte man Kindern doch nicht als Bären aufbinden.

Trotz meiner eigenen Affinität zur Phantastik seit der frühen Jugend und dem Bewahren dieser Liebe bis ins Erwachsenenalter (siehe einen früheren Blogpost zu unserem Hobby Vom Würfeln und Geschichten erzählen), konnte ich mir das vor der Geburt meiner Kinder tatsächlich auch nicht vorstellen.

Ich kann mich selbst auch nicht an eine Zeit erinnern, in der ich noch an besagte Wesen geglaubt hätte. Eher im Gegenteil: Ich weiß noch, wie nervig ich das Theater meiner Oma um das Christkind zu Weihnachten fand.

Und jetzt veranstalten wir das Theater mit Freuden selbst.

Die magische Phase

Man muss Kindern keinen Bären aufbinden oder sich großartig bei der Aufrechterhaltung solcher „Phantasiegeschichten“ anstrengen, weil die sogenannte magische Phase eine völlig normale Entwicklung ist:

Während der magischen Phase ist in der kindlichen Vorstellung alles möglich. Alles, was das Kind sich wünscht und denkt – Schönes wie auch „Schreckliches“ –, könnte tatsächlich eintreten. Was es selbst denkt und tut, sieht es als wichtige Ursache für Vieles, was passiert. Gleichzeitig ahnt oder befürchtet das Kind, dass andere Kinder und Erwachsene, aber auch Hexen, Feen und Monster auf die gleiche Weise etwas geschehen lassen könnten.

Fachleute sprechen von einer in sich stimmigen „magischen Logik“: Dinge und Geschehnisse werden von dem Kind weitgehend magisch erlebt, und durch „magische Theorien“ versucht es, sie zu deuten und zu erklären. Viele alterstypische Ängste und Befürchtungen, aber auch freudige Überraschungen und Erwartungen haben hier ihren Ursprung:

  • Wolken regnen, weil sie traurig sind.
  • Der Ball liegt unter der Kommode, weil er schlafen will.
  • Mami ist krank, weil ich böse war.

Hexen, Monster und Geister, aber auch Weihnachtsmann, Christkind und Osterhasen gibt es in der kindlichen Vorstellung wirklich. Und wenn das Kind in der Badewanne sitzt, könnte der Sog des abfließenden Wasser es in seiner „magischen Vorstellung“ wirklich mit durch den Abfluss reißen.

 Quelle: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/geistige-entwicklung/magische-phase/

Man rennt also offene Türen ein und spielt den Ball eigentlich nur zurück. Außerdem ist es tatsächlich ein Hilfsmittel, um kindlichen Ängsten zu begegnen. Vor Monstern brauchen unsere Jungs keine Angst haben, denn in Häusern mit Feen kommen keine rein (wahre Geschichte).

Ich persönlich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich die Kinder in ihren Vorstellungen von uns ernst genommen fühlen und dies zu einem vertrauensvollen Gesprächsklima beiträgt, wenn ich ihnen als Antwort eben nicht mit Erwachsenenlogik komme, sondern mich auf ihre Gedankenwelt einlasse.

Drachen und Zauberei

Wie bereits erwähnt, sind wir selbst Fantasyfans und erschließen das Thema mit unseren Kindern nochmal auf eine ganz neue Art und Weise. Wir schreiben zusammen Geschichten und unser Sohn liebt momentan Drachen. Damit rennt er bei mir offene Türen ein. Ich glaube, alle Fans von Harry Potter, Herr der Ringe, aber auch Star Wars oder Star Trek teilen ihren Fandom mit Freuden mit ihren Kindern.

(kurze Anmerkung für Trekkies: Es gibt Gerüchte, dass es bei Nickelodeon eine Star Trek Serie für Kinder geben wird, OMG!!!!)

In einem weiteren Post werde ich euch demnächst ein paar Bücher vorstellen, die wir hier mittlerweile über Drachen gesammelt haben – eins davon befindet sich aber schon seit Wochen im Kindergarten, da dort gerade das Motto „Drachen, Feen, Elfen, Hexen und Einhörner“ herrscht. Sobald es aber zurück ist, gibt es einen Extrapost für kleine und große Drachenfans.

Wenn unser Erstgeborener in die Schule kommen wird, wird sich das Thema (leider) von selbst erledigen, aber bis dahin genießen wir den Spaß, uns mit Honigsocke und Konsorten den Alltag zu verzaubern.

Wie lebt ihr die magische Phase eurer Kinder aus? Habt ihr Spaß dran? 

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2 Kommentare zu „Die magische Phase – von Hausfeen, dem Weihnachtsmann und (elterlichem) Eskapismus

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