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Verbündete: Ein Nachtrag zu #mamasstärkenmamas

Vor einiger Zeit wurde ich von jemandem aus meinem engeren Mütterzirkel via Instagram eingeladen, bei einer Aktion eingeladen: @thessibell hatte selbst schon zu #mamasstärkenmamas einen Beitrag geleistet, eine Aktion, die unter anderem von @marleneinlove  ins Leben gerufen wurde. Unter dem Namen sollten Tipps von Eltern für Eltern und Schwangere gesammelt werden, die konstruktiv dabei helfen, den Alltag mit Kugelbauch oder Kind zu gestalten. Wie so oft bin ich zu spät, aber ich möchte den Artikel trotzdem nicht begraben.

Da ich auf Instagram inzwischen wieder privat unterwegs war, die Antwort aber nach etwas mehr Öffentlichkeit schreit, nutze ich die Möglichkeit, es via Blog etwas ausführlicher zu formulieren.
Wobei ich sehr lange überlegen musste, was nun eigentlich mein ultimativer Tipp sein soll. Die meisten kursieren doch in unterschiedlichster Weise schon durch das Netz und auch auf dieser Plattform ist schon reichlich Input dazu. Also habe ich mich gegen Tipps für die Kitasuche entschieden – dazu gibt es irgendwann noch einen anderen Post- , gegen den Appel, Probleme auch mit professioneller Hilfe zu lösen und gegen Hinweise zu guten und schlechten Erziehungsratgebern.

Stattdessen eine kleine Überraschung:
Ich empfehle euch Vernetzung. Wer mich näher kennt, wird an dieser Stelle große Augen bekommen, denn Vernetzung ist keine meiner Stärken. Ich fühle mich immer unsicher, wenn ich neue Menschen kennen lerne und bin im Networking miserabel.

Und trotzdem habe ich mein kleines, feines Netzwerk – ein kleiner Teil davon offline, der große Teil online. Dabei geht es mir weniger um konkrete Alltagshilfe – obwohl die auch grandios ist. Sich mit anderen Eltern zusammenschließen, um Fahrdienste abzutreten, die Kinder bei ungünstigen Schließtagen zu betreuen und auf Basaren Begleitung zu haben, ist garantiert eine gute Sache.
Aber das ist nicht mein Thema, auch, weil ich solche Kontakte gar nicht habe.

Nein, es geht mir um die Personen, bei denen ihr euch ausheulen könnt. Um solche, die euch verstehen, wenn ihr über die dunkleren Seiten der Mutterschaft redet. Nicht nur über Schlaflosigkeit und tropfende Milchbrüste. Sondern auch über Zorn, über verlorene Nerven, über den Haushalt, der tatsächlich im Chaos versinkt und nicht in dem bisschen Unordnung, von dem Instagram meint, es müsse aufgeräumt werden.
Menschen, die dich nicht schief ansehen, wenn du dich über eine neue Entwicklung freust und im nächsten Moment alles hinschmeißen willst. Menschen, die verstehen, wenn du gerne zu Hause bist und wenn du gerne Karriere machst. Menschen, die auch mal um 3 Uhr nachts mit dir reden, wenn du das zahnende Baby in den Schlaf wiegst und dabei mehr und mehr zum Mombie mutierst.
Menschen, die dich begleiten und die sich auch freuen, wenn du wieder zu dir findest und sich alles einspielt.

Wo du diese Menschen findest, ist hingegen völlig gleichgültig. Ob es alte Freunde sind oder neue, aus der Geburtsvorbereitung, dem Töfperkurs oder dem PeKip, einem Mütterforum oder der Arbeit. Ob sie dir virtuell oder real mehr liegen, ob du einige nur für Spaziergänge mit den Kindern und die andere für das Ausheulen über deine Partnerschaft nutzt. Es müssen nicht deine besten Freunde werden, aber es können Verbündete sein in Zeiten, in denen Verständnis, Rückhalt und einfache Seelenhygiene so wichtig sind.
Familie werden und Familie sein bedeutet auch kleine und große Krisen. Es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die das verstehen, weil es ihnen ganz ähnlich geht. Vor denen du äußern kannst, was du niemandem sonst sagen würdest, weil du Angst davor hast. Die den Mund halten, wenn es dir gut tut und aufbauendes sagen, wenn sie es können.

Und davon gibt es mehr, als du vielleicht glaubst. Wie erwähnt, bin ich wirklich nicht der Typ, der rasend schnell neue Leute in sein Leben lässt. Für mich hat das Internet vieles vereinfacht. Ob on- oder offline, such dir eine Community, in der du dich wohlfühlst. Es hilft dabei, schwierige Phasen besser zu meistern.

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