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Leben ohne Verpackungsmüll – Solinas Vergleich zu Schokominza

Auf dem Blog konntet ihr in den vergangenen Wochen Schokominzas Experiment zum Leben ohne Verpackungsmüll lesen. Doch wie funktioniert das Ganze auf dem Land, fernab vom nächsten Unverpackt-Laden? Heute werfen wir einen Blick auf das Einkaufsverhalten meiner Familie:

Für mich klingt sie herrlich, die Vorstellung vom Leben ohne Verpackung. Ganz ohne Verpackung geht es natürlich nicht aber Plastik ist tatsächlich etwas, was jeder von uns vermeiden kann.

Ich, als Einkaufmanagerin der Familie, habe bereits 2017 angefangen, nach und nach nach Alternativen für unsere schlecht verpackten Produkte zu suchen. Einen Schritt nach dem anderen, statt radikaler Umstellung.

Obst und Gemüse kaufen wir bevorzugt einzeln. Das spart Verpackung und Abfall im Allgemeinen. Paprika ist dafür ein gutes Beispiel, denn wir haben ihn oft in den eingeschweißten Trios gekauft…und den Grünen dann weg geworfen, da ihn niemand essen wollte. Leider ist das einzelne Obst und Gemüse oft deutlich teurer als die Großverpackungen. Im Markt meiner Wahl gab es zudem Diskussionen mit den Verkäuferinnen, die entweder alles einzeln gewogene auch einzeln scannen mussten, oder die sich über die Stoffbeutel beschwert haben weil diese nicht durchsichtig sind. Jetzt kaufe ich Obst und Gemüse meist in Pappkartons, die ich im Laden aus den großen Rollwagen stibitze.

Fleisch und Fisch gibt es hier nur noch ca. 1 Mal pro Woche. Auch den Konsum von Wurstwaren haben wir auf ein absolutes Minimum reduziert. Das wir dadurch Müll sparen ist aber eigentlich nur ein Nebeneffekt.

Haushaltsartikel und Kosmetik sind definitv noch mein Nemesis. Wie auch Schokominza bereitet uns alleine die Beschaffung von Geschirrspültabs Probleme. Zum Glück gibt es Firmen wie Frosch, die ihre Verpackungen ausschließlich aus recyceltem Plastik herstellen. So habe ich ein wesentlich weniger schlechtes Gewissen, wenn ich mein Klo putze. Das Waschmittelpulver von Frosch beispielsweise ist nicht nur vegan, sondern auch in Pappe verpackt und damit das Mittel meiner Wahl.
Am Meisten strauchele ich bei Kosmetik. Statt bei meinem Make-Up zu versuchen auf Plastik zu verzichten, habe ich den Konsum stattdessen ganz eingeschränkt und kaufe nur noch ein Produkt, wenn ich es tatsächlich brauche. Flüssige Produkte versuche ich dabei in Glasflaschen zu kaufen.
Eine ökologische Alternative ist hierbei auf jeden Fall Lush, bei denen ich mich bei jedem Besuch in Erfurt mit festen Shampoos und Seifen eindecke.

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Feste Shampoos und Gesichtsseifen von Lush, nur in Papier verpackt

Wasser in Plastikflaschen haben wir komplett abgeschafft. Zu hause trinken wir Leitungswasser und für unterwegs und Sport habe ich eine dichte Mehrwegtrinkflasche.

Was hat sich durch das Experiment in unserem Haushalt verändert
Auch wenn die Produkte teilweise teurer sind, sparen wir trotzdem Geld beim Einkaufen. Ich kaufe bewusster ein und wesentlich simpler. Viele Putzmittel, die ich sonst regelrecht gehortet habe sind ersatzlos verschwunden. Der Kühlschrank wirkt zwar leerer aber wir hungern dabei nicht. Außerdem mache ich weniger Impulskäufe über die ich mich dann im Nachhinein ärgere.

Praxistipps für die Vermeidung von wirklich unnötigem Plastikmüll

  • Vorratshaltung ist das A und O. Statt zum Beispiel Suppengrün portioniert in der Plastikschale zu kaufen, kaufe ich die Bestandteile einzeln und friere sie portioniert ein. Außerdem gedeihen auf meinem Balkon statt Blumen Kräuter. Auch die lassen sich perfekt für das ganze Jahr einfrieren oder trocknen.
  • Informiert euch in eurer Umgebung nach Hofmärkten etc. Von manchen Läden wusstet ihr vielleicht nicht mal, dass sie existieren.
  • Ob zum Einkaufen- oder Einfrieren: Ein gutes Sortiment an „Tupper“ Dosen ist nicht zu verachten. Statt aber z. B. Eisverpackungen einfach wegzuwerfen, kann man auch diese nutzen um allerlei Dinge aufzubewahren.
  • wer mit einer Nähmaschine umgehen kann findet im Internet zahlreiche Ideen für Obstbeutel und Konsorten, die das Einkaufserlebnis erleichtern

Was ich noch ändern will
Das Projekt Plastikfrei ist für mich eine Reise mit der ich definitiv noch nicht am Ziel angekommen bin. Sicherlich werde ich schwerlich jemals 100% plastikfrei leben können. Aber einige Punkte will ich 2018 noch umsetzen:

  • noch weniger Kosmetik in Plastik verpackt kaufen. Insbesondere Hygieneartikel wie Zahnpasta habe ich bisher aus Bequemlichkeit noch in Plastik gekauft
  • mehr Produkte selber herstellen. Mein Pinterest Account quillt gerade zu über vor Rezepten für Waschmittel, Weichspüler, Seifen, Shampoos, Cremes, etc. Aber entweder ich komme nur schlecht an die Zutaten, oder es ist so aufwendig, dass ich das nicht für dauerhaft umsetzbar halte. Trotzdem will ich mich daran versuchen. Bei Badebomben hat das ja schließlich schon funktioniert
  • bewusster einkaufen: Gibt’s es vielleicht eine Alternative zu meinem Produkt in Glas oder Pappe verpackt oder brauche ich das Produkt an sich überhaupt nicht?
  • meine Möglichkeiten besser ausschöpfen: ich habe in meiner Speisekammer viel Lagerplatz. Die teuren, in Pappe verpackten Barilla Nudeln, kann ich also im Angebot kaufen und mich damit bevorraten anstatt die Billignudeln in Plastik nach Bedarf zu kaufen.
    Dieses Jahr will ich mich außerdem dazu durchringen mehr Produkte in meinem garten anzubauen. Dort wachsen nämlich bisher nur Brombeere, Johannisbeeren und Stachelbeeren

 

Letztendlich versuche ich im Blick zu behalten, ob meine Maßnahmen überhaupt die Mengen an Müll, die unser Haushalt produziert, verringert.

Ich freue mich über Tipps und Anregungen eurerseits, was wir noch verbessern können.

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3 Kommentare zu „Leben ohne Verpackungsmüll – Solinas Vergleich zu Schokominza

  1. Danke für den tollen, weiterführenden Beitrag 🙂 Selbst wenigstens Kräuter auf dem Balkon anzupflanzen, ist zb. echt eine gute Idee ❤

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  2. Hallo,

    Danke für deinen Beitrag. Wir versuchen auch schrittweise auf Plastik zu verzichten. Das fällt gerade auf dem Lande echt schwer. Märkte sind meist rar gesät und wenn nur vormittags… Hofläden sind hier eine Alternative, die und Freundlichkeit. Ich nehme zum Einkauf immer Netze mit. Zum Teil sind die selbst genäht zum Teil auch ein einfaches Wäschenetz. Bis jetzt hat mir noch keiner den Wunsch verwehrt unverpackt einzukaufen.
    Viele Zutaten (Backpulver im Paket zB) bekommt man oft bei einem Türkischen Laden oder ich zB kaufe gerne bei unserem „Russen“ dort ist auch vieles unverpackt und günstiger. Also auch danach lohnt es sich zu suchen.

    Was das anbauen betrifft. Unsere Kinder lieben gerade die selbst gezogenen Möhren, Himbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren.
    Obwohl wir auch nur einen ganz kleinen Garten haben kann man vieles anpflanzen. Jetzt gerade versuchen wir Kartoffeln 😉

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