Allgemein · Ernährung

28-Tage-Experiment: Die 4. Woche ohne Plastikmüll – Und was bleibt?

Bevor mein Experiment verjährt ist, setze ich mich nun endlich an mein kleines Notebook, um euch von der letzten Woche ohne Plastikmüll zu berichten.

ohne-wenn-und-abfall

Es lief gut in der letzten Woche ohne Verpackungen

Die letzte Woche ohne Verpackungsmüll verlief entspannt, da wir zugegeben erst einmal gar nicht zu Hause waren. Meine Oma feierte Geburtstag und wir verbrachten das ganze Wochenende bei meinen Eltern und Oma. Vollpension für uns! Ob die Lebensmittel einmal verpackt gewesen waren oder nicht ­– Darauf hatten wir keinen Einfluss und brauchten uns deshalb auch nicht damit zu befassen.

Später besuchten uns meine Schwiegereltern, die 600 km quer durch Deutschland alle möglichen Lebensmittel und sogar Wasser und Bier (Kölsch!) mitbrachten. Es war wohl ein geschummelt, aber es waren dadurch nur noch wenige Einkäufe für uns nötig und die konnte ich gut in der Mittagspause erledigen.

Leser-Kommentar von Furby

An dieser Stelle möchte ich mich bei Furby für ihren Kommentar bedanken und die Chance nutzen, darauf einzugehen.

„Sehr coole Sache. Diese Unverpackt Läden finde ich spitze – mich würde aber auch interessieren, wie verpackt die ihre Waren bekommen 🙂 Und ich hätte auch gern einen hier um die Ecke. Bei uns im Ländischen ist es ja eher so, wenn man Sachen ohne Plastik kaufen will, muss man im Supermarkt halt mit eigenen Dosen an der Fleisch oder Käsetheke stehen – Getreideprodukte gibt es außer Mehl quasi nicht ohne Folie. Selbst wenn man beim Bauern einkauft, kommt man nicht ganz darum herum. Es wäre halt gut, wenn das Bewusstsein für Müll international wichtiger wahrgenommen werden würde. Wo man dann als Einzelperson ansetzen kann, um etwas zu ändern – außer eben am eigenen Konsum zu schrauben- finde ich furchtbar unübersichtlich. Wahrscheinlich muss man da auf kommunaler Ebene ansetzen und hoffen, auf einen grünen Zweig zu kommen…“

Wie bekommen Unverpackt-Läden ihre Ware?

Natürlich wäre es witzlos, wenn die Läden einfach alles auspacken und unverpackt ins Regal stellen würden. Je nach Ware und Lieferant kommen die Lebensmittel und Produkte auf unterschiedlichen Wegen im Geschäft an. Die tollste Möglichkeit ist natürlich die, dass große Boxen vom Hersteller befüllt werden, im Laden geleert werden und dann wieder zurückgehen. Dann fällt tatsächlich gar kein Verpackungsmüll an.

Eine andere Variante ist, dass die Produkte in sehr großen Mengen ankommen. Ich habe früher auch gern 10kg-Säcke Nudeln in der Metro gekauft – so hat man eine große Tüte, statt 20 kleinen 500g Packungen. So ähnlich ist es im Unverpackt-Laden. Diese Läden bemühen sich, so unverpackt wie möglich ihre Waren geliefert zu bekommen, aber teilweise fällt dennoch Müll an. Das Gute ist in dem Fall nur, dass es immerhin deutlich weniger Verpackungsmüll ist als beim Einkauf im Supermarkt, weil sehr große Mengen geordert werden.

Kann man als Einzelperson viel bewirken?

Wie Furby schon schreibt, sind die Möglichkeiten der Müllvermeidung sehr unübersichtlich. In welchem Geschäft kann man Käse ohne Plastik kaufen? Wo die Milch? Wo den Brokkoli? Woher beziehe ich das Duschshampoo und wie stelle ich Geschirrspülreiniger selber her (und wo kaufe ich die Bestandteile dafür ein)? Aber selbst wenn man über dieses ganze Wissen verfügt, ist es einfach auch sehr UMSTÄNDLICH.

Ein Unverpackt-Laden ist eine tolle Idee, aber nur die großen Städte haben einen und das ist einfach zu wenig. Ich würde mir sehr wünschen, dass es normal wird, unverpackt einzukaufen. So wie ich bei Aldi inzwischen loses Obst kaufen kann, würde ich mir gern den Reis selbst abfüllen oder die Milch. Ob bei Kaufland oder im Bio-Laden. Zumindest aber würde ich mir mehr Unverpackt-Läden wünschen, denn obwohl der Lose in Dresden relativ zentral liegt (in der Neustadt), ist mir das für meinen Einkauf oft einfach zu weit weg. Für Menschen weiter weg ist er auf jeden Fall zu schlecht erreichbar, als das er eine Alternative sein könnte.

Was bleibt? Wie können wir aus dem Projekt lernen?

Die Grundstimmung ist in allen Kommentaren die gleiche gewesen: Ihr findet das Experiment und die Idee toll und findet den Müll an vielen Stellen ebenso unnötig wie ich.

Natürlich können wir jeder als Einzelperson Müll sparen. „Ich nehme das gleich so ohne Verpackung“ ist ein Satz, den ich inzwischen sehr oft sage. Man muss schnell sein, bevor das Brötchen in der Tüte verschwindet, aber es geht. Ebenso kann man Milch in Flaschen nach Hause tragen und Gemüse unverpackt vom Wochenmarkt holen. Nur wird sich dadurch nicht die Welt verändern.

Furby äußert einen interessanten Gedanken: Es müsste sich strukturell etwas ändern. Auf kommunaler Ebene, Landesebene, Bundesebene… International. Das klingt nach einem komplizierten Weg.

Es soll etwas bleiben! – kein Plastik 😉

Leider habe ich abschließend noch keine konkrete Idee, wie ich selbst weitermachen will. Aber ich möchte gern, dass etwas bleibt und dass die Idee wächst. Es ist so irritierend, dass wir einerseits alle genug von Plastikmüll haben und andererseits werden Produkte immer kleinteiliger verpackt…. Haltet die Augen auf nach den Stellschrauben dieses Systems und dreht sie in die andere Richtung, wenn ihr sie entdeckt. Wir müssen da echt was machen.

Und bis wir den Plastikmüll global beseitigt haben, gucken wir eben doch ein bisschen mehr auf unser Kaufverhalten und unterstützen die Unverpackt-Läden und vergleichbare Ideen. Was meint ihr?

Eure Schokominza

 

 

 

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