Allgemein · Ernährung

Das 28-Tage-Experiment: Schon 3 Wochen ohne Plastikmüll! + 5 Erkenntnisse

Ihr fragt euch sicher, wie es inzwischen mit meinem Experiment weitergegangen ist. Vielleicht hegt der eine oder andere von euch inzwischen die Vermutung, dass wir längst aufgegeben haben? Nicht ganz zu unrecht. Aber nein: Seit drei Wochen befinden wir uns im Verpackungsfrei-Experiment und wollen auch die letzte Woche noch durchziehen.

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Wie man sieht, ging es uns nicht schlecht in der Zeit (Foto aus „Fräulein Lecker“ in Dresden).

Erkenntnis 1: Besucher bringen alles durcheinander

 

In der zweiten Woche hatten wir Besuch von Adrians Familie: 2 Schwester plus deren Partner und ein Kind (11 Jahre). Plötzlich wuchs unser übersichtlicher 4-Personenhaushalt zu einem 9-Personen-Ferienlager heran und genauso chaotisch wurde es in den drei Tagen ihres Besuchs mit unserem Experiment.

Wir haben es in diesen Tagen nicht durchziehen können, auf Müll zu verzichten. Im Gegenteil: Ja, wir haben Pizza bestellt und die Gäste waren fleißig einkaufen: Chips aus der Tüte, Schokolade in Plastik und so weiter ragte aus einem gut gefüllten Beutel heraus. In diesem Tagen haben wir also leider viel Müll produziert.

Erkenntnis 2: Man isst einfach andere Sachen

Chips oder abgepackte Schokolade? Beides gibt es in der Regel nur in einer Verpackung, aber als Alternative kann ich z. B. Popcorn empfehlen. Ich konnte Popcorn-Mais im Unverpackt-Laden kaufen. Statt zahlreicher Packungen Süßkram reicht nur ein Glas Mais für einen großen Vorrat. Aus wenigen Körnchen poppt fluchs der Snack für die ganze Familie auf.

Noch ein Vorteil: Ihr wisst genau, was in euren Süßigkeiten eigentlich drin ist.

 

Erkenntnis 3: Was schon allein in Mittagspausen an Müll anfällt

Im Idealfall nimmt man sich für die Mittagspause eine gut gefüllte Tupperdose mit auf Arbeit. In der Realität mache ich mir erst gegen 11:55 Uhr langsam Gedanken darum, was ich eigentlich gleich essen möchte. Vor dem Experiment ging ich manchmal in die Suppenbar, wo in eine Einwegschüssel Suppe gefüllt wurde, die mit einer Plastiktüte ins Büro getragen wurde. Außerdem war Nordsee beliebt (Müll) oder Subway (noch mehr Müll), manchmal Rewe (Müll, Müll, Müll)…

Inzwischen muss ich also wirklich nachdenken, wo ich mir etwas Essbares besorge. Dass ich mitten in der Stadt arbeite, sollte es leichter machen, aber tatsächlich bin ich umringt von Einweg-Schnell-Mittagessen-Angeboten und alle Menschen laufen mit Tüten rum. Asiatisch oder McDonalds, Döner oder sogar Sushi. Alles verpackt.

Was esse ich denn dann?

Ganz altmodisch kann ich mich in Restaurants hineinsetzen, anstatt das Essen mitzunehmen. So esse ich häufig gebratene Nudeln im Asia-Imbiss, war aber auch schon bei Karstadt oder Nordsee essen. Und wenn es schnell gehen soll, kann ich beim Bäcker das Brötchen auch auf die Hand bekommen „Geben Sie es mir bitte einfach so“. Das gleiche gilt für Schnittlauch-Brezeln bei Ditsch.

Erkenntnis 4: Unser Frühstück kann ich komplett unverpackt kaufen

Im Lose in Dresden, dem Laden ohne Verpackungsmaterial, kann ich mir unser Frühstücksmenü komplett ohne Verpackungen zusammen stellen. Das Nussmüsli kam bei der Familie zwar nicht gut an, dafür aber das Erdbeermüsli. Zudem habe ich helle Cornflakes und Schoko-Cornflakes in schöne Gläser gefüllt. So wird die Verpackung fast schon zu Dekoration.

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Die beiden Gläser habe ich bei Nanunana gekauft und fülle sie mir immer wieder auf, sobald die Cornflakes aufgemampft sind. Der Nachteil ist, dass die Gläser schwer zu tragen sind, der Vorteil, dass keine Weichmacher aus dem Plastik ins Frühstück gelangen.

(Die Kinder essen im Kindergarten dann noch einmal Brot und Obst.)

Erkenntnis 5: Käse und Ersatz-Milch bilden Ausnahmen im Experiment

Ich war anfangs noch ganz optimistisch, einen handlichen Käse kaufen zu können, so wie man ihn in Holland an jeder Ecke bekommt. Doch die Supermärkte führen nur Käsestücke und selbst im Unverpackt-Laden wird der Käse mit Frischhaltefolie umwickelt, damit er nicht austrocknet. Wir kaufen Käse also doch wieder in der Verpackung, dafür aber als großes Stück – Daraus können wir ganz nach Bedarf Scheiben- oder Reibekäse machen.

Ersatz-Milch wie Sojamilch oder Hafermilch bekommt man leider auch nur im Tetrapack und Adrian sieht nicht ein, wegen unseres Experiments richtige Milch zu trinken. Verständlich. Selbst-Herstellen wäre zwar auch möglich, aber das Rezept klingt ziemlich aufwändig…

Was gab es heute ganz verpackungsfrei zu essen?

Gerade eben haben wir mein Lieblingsessen gegessen: Gemüse-Curry.

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Zutaten

  • Möhren, Zwiebel, Knoblauch und Salat (Supermarkt)
  • Kokosöl aus dem Glas (Bioladen)
  • Curry-Pulver (aus dem Vorrat)
  • Gemüsebrühe aus dem Glas (Supermarkt)
  • Milch aus der Flasche (Rewe)
  • Mangochutney aus dem Glas (Diska)
  • Reis (Lose Dresden)

Wir haben heute nicht extra eingekauft, deswegen haben wir einige Reste verwerten können. Dazu bietet sich Curry eigentlich immer an. Das Gemüse lässt sich variieren und alles andere haben wir fast immer zu Hause.

Start in die letzte Woche ohne Plastikmüll!

Es freut mich, dass wir nur noch eine Woche vor uns haben mit unserem Experiment. Zwar finde ich es super, müllfrei zu leben, doch es ist gleichzeitig mit sehr viel Aufwand verbunden. Es macht Spaß, im Lose einzukaufen und trotzdem muss ich mich zumindest wochentags immer erst einmal dazu aufraffen. Ich vermisse alle möglichen Süßigkeiten und es nervt mich, dass in jedem Geschäft Brokkoli verpackt wird.

Nichtsdestotrotz ist es eine spannende Erfahrung für uns. Ob wir die letzte Woche auch noch überstehen? Wir werden sehen.

Viele Grüße
eure Schokominza

 

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