Allgemein

Schokominzas Jahresrückblick: Wie war mein 2017?

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, vor dem Losschreiben einen Blick auf meinen ersten Blog-Post im letzten Jahr zu werfen. Dieser endet mit dem Satz:

„Und ansonsten freue ich mich auf die Überraschungen, die mich 2017 erwarten.“

Da musste ich ziemlich schmunzeln. Tatsächlich hätte ich vor genau einem Jahr niemals erwartet, wie grundlegend sich unser Leben 2017 ändern würde. Ihr habt es ja mitverfolgt:

  • eine neue Wohnung
  • in einer neuen Stadt
  • und ein neuer Arbeitgeber
  • in einem anderen Berufsfeld
  • Und ein neuer Kindergarten

3Wir zogen von Freunden und Familie weg, aber auch zu Familie und Freunden hin – ein Auge weinte und eins lachte. 2017 war ein wahnsinnig aufreibendes Jahr für mich und wird noch weite Teile von 2018 mit sich reißen.

2017 wurden die Kinder groß und selbstständig

Es gibt keine Schnuller mehr, keinen Buggy und Windeln für die Kleine nur noch nachts. Die Mädchen sind 3 und 4,5 Jahre alt. Theoretisch ziehen sie sich selbst Klamotten an, gehen allein auf Toilette, waschen sich eigenständig Hände und Schnute. Sie essen und trinken ohne unsere Hilfe und sie dürfen auch ohne uns in den Garten gehen. Manchmal räumen sie sogar ihr Zimmer auf – das üben wir allerdings noch.

Habe ich eigentlich noch Kinder oder lebe ich schon alleine?

Nein, so extrem ist es natürlich nicht. Gerade jetzt vom Schreiben halten sie mich gut ab mit ihrem Kranksein, dem Hunger oder einfach mit „Annika hat die Knete nicht weggeräumt!“ Mamaaaaaaa…

Doch immer häufiger gibt es Zeiten, in denen ich mich ganz mit mir beschäftigen kann: Mit lesen oder nähen oder meinetwegen auch mit Haushalt. Die Kinder sitzen dann auch nicht etwa vor dem Fernseher, sondern beschäftigen sich einfach selbst. Das war 2017 eine große Erleichterung und ein großer Gewinn an Freiheit.

Mila ist mit ihren 4,5 Jahren ohnehin schon ganz flügge geworden. Sie kennt alle Kinder des neuen Hauses, in dem wir wohnen, und besucht diese ständig. Die Frage „Darf ich fernsehen gucken?“ wurde inzwischen ersetzt durch „Darf ich zu Freya/Ada/Charlotte/Fridolin/Wilma“.

Kaum schlägt sie morgens die Augen auf, möchte sie Freunde besuchen oder zu uns einladen. Hanna hat heute auch schon geklingelt, um mit Mila zu spielen. (Leider ist sie krank).

Annika ist kein Baby mehr

Unsere Jüngste ist 3 Jahre alt und längst kein Nesthäkchen mehr, das man betüddeln muss. Im Gegenteil: Sie ist zu einem kleinen Feldwebel herangewachsen, der uns den ganzen Tag hin und her scheucht. „Gib mir Wasser!“, „Ich will Nudeln essen!“, „Ich ziehe diese Socken nicht an.“ Sie stellt unsere erzieherischen Künste arg auf die Probe und verweigert sowohl „bitte und danke“ als auch jedes „Entschuldigung“. Muss ich erwähnen, dass „Nein!“ ihr liebstes Wort ist?

Kurz: Sie ist eine typische 3-jährige. Adrian ist von den Marotten unendlich genervt; ich finde das eigentlich ganz putzig. Wenn man sie mit unsinnigen Aufgaben wie Zimmer-Aufräumen oder Zähne-putzen in Ruhe lässt, kann sie aber auch friedlich sein.

Sie ist wirklich ein abgefahrenes Kind, an dem wir genauso viel Spaß haben wie an Mila.

Ich bin auch erwachsen geworden

Nicht nur die Kinder sind gewachsen. 2017 habe ich mich absolut selbst überrascht. Man könnte sagen, ich bin auch erwachsen geworden. Damit meine ich: Ich bin über mich selbst hinaus gewachsen. Ich habe nie nie niemals von mir erwartet, das ich in der Lage bin, zu tun, was ich 2017 getan habe – und doch ist es passiert:

  • Ich habe trotz vieler Ängste die Entscheidung für eine neue Stadt getroffen, wohl wissend, dass ich damit auch das Glück meiner Kinder und meines Mannes auf meinen Schultern tragen muss. (Was für eine Verantwortung!)
  • Ich kündigte eine gute Stelle in Bonn, unbefristet und flexibel mit tollen Kollegen.
  • Ich nahm eine Stelle an, die ich gern machen wollte, aber die ich bislang nie ausprobiert habe. (Kann ich das überhaupt? Bin ich darin gut? Kann ich die Erwartungen erfüllen?)
  • Ich gab mein soziales Umfeld in Bonn auf, mit vielen tollen Menschen, die ich nun natürlich vermisse.
  • Ich musste innerhalb von 2 Monaten eine Wohnung für uns finden. Und Kita-Plätze.
  • Und das schlimmste: Ich lebte 2 Monate ohne meinen Mann und meine Kinder in Dresden und pendelte an den Wochenenden nach Bonn.

Wenn ich diese Liste sehe, fühlt es sich so an, als würde ich von außen auf eine fremde Person schauen. Dabei denke ich: „Also ich könnte das alles nicht. Das ist zu stressig, zu anstrengend, zu schwierig und viel zu unsicher…“

Aber das war keine fremde Person.

Ich denke, ich bin 2017 echt an dieser Erfahrung gewachsen. Wiederholen möchte ich die Zeit allerdings auch nicht; das war vorerst genug Nervenkitzel. 2018 soll mir bitte vor allem eins bringen: Ruhe.

Wir haben 2017 richtig viel Ballast abgeworfen

Einen Umzug sollte jeder einmal mitgemacht haben. Man sagt nicht umsonst: „Zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt.“ Und das ist nicht schlimm, sondern im Gegenteil. Es tat sehr gut, sich von den ganzen, alten Sachen zu trennen und mein Leben einmal komplett zu entrümpeln. Einzig mein Sofa vermisse ich sehr. Außer zwei Kleiderschränken und den Billyregalen haben wir keine Möbel mit nach Dresden gebracht und unseren Hausstand auf das Fassungsvermögen eines großen Sprinters reduziert.

Die neue Wohnung bietet nun viele Möglichkeiten, uns einzurichten. Das tut sehr gut, denn mit den Jahren verändert man sich einfach. Wir wohnten 7 Jahre lang in Bonn, unsere gesamte Studentenzeit und unsere erste Zeit als Eltern. Wir haben immer wieder aussortiert und umgeräumt, aber nie so radikal wie jetzt. Aber es tut gut.

Zwischen vermissen und wohl fühlen

1

Ich fühle mich in Dresden jetzt sehr wohl und trotzdem vermisse ich auch Bonn. 2017 hat auch Annika im Kindergarten Fuß gefasst und mit den neuen Müttern kam auch nochmal neuer Schwung in den Kindergarten. Durch meine freien Nachmittage konnte ich viel Zeit auf Spielplätzen, aber auch mit anderen Freunden und in der Nachbarschaft verbringen. Es wurde nie langweilig.

Auch vermisse ich die kürzeren Wege zu Freunden, die gar nicht mehr in Bonn gewohnt haben. Mainz oder Aachen lagen auch nur 1-2 Zugstunden entfernt und Köln war sowieso um die Ecke. Zumindest hin und wieder konnte ich dort Freunde besuchen, was jetzt „in die Ferne“ rückt.

Zurück in die Vollzeit-Arbeit

Nach einem Jahr Teilzeit-Arbeit bin ich nun doch wieder in der 40-Stunden-Woche gelandet. Und das ist absolut okay, gerade jetzt, wo mein Mann zu Hause ist. Dadurch ist es sehr entspannt, nur dass ich erst 16:30 Uhr zu Hause bin und nicht wie in Bonn schon um 14 Uhr am Kindergarten stehe, bereit für das Nachmittagsprogramm.

Falls die Zukunft nochmal eine 30-Stunden-Stelle abwirft, wäre ich natürlich nicht böse drum, aber mit der Vollzeitarbeit kann ich mich auch arrangieren und bestimmt gewöhnt man sich auch schnell an das „mehr Geld“.

Wie geht´s eigentlich Adrian?

2

Gute Frage. Bisher habe ich noch keine Beschwerden gehört und die Wohnung findet er auf jeden Fall auch schön. Er hat viele Möbel ausgesucht, die wir jetzt hier haben und es sich gemütlich gemacht.

Hin und wieder geht er Magic spielen und mit den Leuten in unserem Haus kommt er auch gut zurecht. Die sind aber auch sehr sympathisch – wie in Bonn haben wir einfach mal wieder einen Glücksgriff gemacht.

Ich bin weniger gereist, als geplant – und habe doch tausende Kilometer zurückgelegt

Für 2017 hatte ich mir viele Reisen vorgenommen und bin doch nicht weit gekommen. Immerhin Amsterdam konnte ich mit meiner Freundin S. genießen und es war wirklich suuuuuperschön. Auch in Mainz und Aachen war ich und natürlich in Bergisch Gladbach, aber einen richtigen Urlaub haben wir nicht gemacht. Im neuen Jahr setzen wir nochmal an:

  • Wien (bereits 4 mal geplant und nie was geworden)
  • Stockholm mit meiner Freundin S.
  • Bayern (weil wir zu einer Hochzeit eingeladen sind)
  • vielleicht Berlin und Prag, die jetzt so nah liegen

2018: Mehr spielen, mehr nähen, mehr lesen und einfach in Dresden ankommen

Von 2018 erwarte ich weniger Turbulenzen als im letzten Jahr. Wir brauchen alle mal etwas Ruhe und wollen in der neuen Stadt ankommen. An der ersten Stelle steht: Menschen & Stadt kennen- und lieben lernen.

Die Wohnung soll noch schön eingerichtet werden und ich möchte mehr lesen und nähen, mehr spielen und einfach kreativer werden. Vielleicht schreibe ich auch endlich einen Roman fertig, aber das kann zur Not auch bis 2019 warten. Ich will jetzt erstmal chillen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s