Allgemein · Kinderbetreuung / Babysitter

Babysitterstorys – Leichter gedacht, als umgesetzt

Die Ratgeberliteratur haut regelmäßig meinen Lieblingstipp raus: „Nehmen Sie sich doch mal wieder Paarzeit.“ Damit meinen die Autoren Zeit ohne Kinder. Das sei superwichtig, nahezu unverzichtbar und klingt auch nicht schlecht. Trotzdem grummel ich dann regelmäßig: Und wo bleibt das Baby in dieser Zeit?

Die plausible Antwort lautet: Bei der Babysitterin.
Ich hielt mein abendaktives Kind allerdings für unzumutbar. Die arme Babysitterin! Und als uns dann zwei Töchter von der Sorte abends auf der Nase herumtanzten, anstatt wie andere Kids (angeblich…) um 19 Uhr im Bett zu liegen, schoben wir die Babysittersuche hinaus auf „bessere Zeiten“.

Natürlich rechneten wir auch durch, was uns der Spaß kosten würde, und dann schoben wir es auf noch „bessere Zeiten“ hinaus.

Aber nun haben wir es doch gewagt.
Über drei Ecken fand sich eine Babysitterin für uns, Anfang 20, in Ausbildung und praktischer Weise wohnt sie direkt um die Ecke. Wir luden sie zu einem Kennenlernen ein, bei dem sie mit unseren Töchtern spielte und dann beschlossen wir bereits mutig, den ersten Termin auszumachen. Unsere ältere Tochter wird demnächst 3 Jahre alt – Wir hatten Zeit nachzuholen!

Der Tag kam. Schon fragte ich mich, warum wir uns diesen Stress eigentlich antun? Wäre es nicht einfacher, den Abend vor dem Fernseher zu verbringen, als jetzt gemeinsam mit der Babysitterin zu versuchen, die Kinder ins Bett zu bekommen? Um dann im Restaurant zu sitzen und das Handy anzustarren? Und die armen Kinder weinen die ganze Zeit?

Sie kam, sah und siegte. 
Unsere Babysitterin hat viel Erfahrung mit Kindern und verstand es, die Kleinen für sich zu begeistern. Das Abendprogramm wickelten wir mit ihr zusammen ab: Zähne putzen, Umziehen und Vorlesen. Um 20 Uhr lagen beide Kinder im Bett – Wir waren zugegeben überrascht! (Vielleicht sollten wir sie jeden Abend einladen?)

1 Stunde und 20 Minuten
Gibt es einen Rekord fürs Essengehen? Nach 1 Stunde und 20 Minuten betraten wir bereits wieder unsere Wohnung – Allerdings hielten wir damit nur unseren Plan ein, die Kinder nicht zu überfordern. Die kannten ihre Babysitterin noch kaum. Und für unser Gewissen war es auch leichter, es langsam angehen zu lassen.

Wie war´s?
Mein Mann und ich konnten die kurze Zeit und das Essen durchaus genießen. Ich spinne sogar schon in Gedanken, wo wir die folgenden Abende verbringen könnten. Plötzlich hat man sich ein Stück Freiheit erkauft. Ich find´s toll. Natürlich ist es ein großer Schritt, eine fremde Person ein Stück weit in sein Leben zu lassen. Wir zahlen ihr 9€/Stunde und haben beschlossen, dass es uns das einmal pro Woche oder alle zwei Wochen wert ist. Was kann man sich besseres kaufen als Zeit?

Habt ihr auch einen Babysitter? Wie oft nehmt ihr euch Zeit als Paar?  

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